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Archiv

Aktivitäten des Sozialforum Amper

Mittwoch, 8. Juni 2016
Solidarität mit den Menschen in Griechenland / Medikamenten-Sammlung

Do, 2. Juni, 19.00 Uhr, Eine-Welt-Zentrum im Bürgerpavillon, Heimstättenstr. 24, FFB
Das Sozialforum Amper stellte die Griechenlandhilfe Salzburg vor.
Eine Vertreterin der Griechenlandhilfe Salzburg, an die wir die von uns in FFB und Umgebung gesammelten Medikamente übergeben, informieren mit einer Bilder-Präsentation über ihre Organisation „Griechenlandhilfe Salzburg“, ihre Arbeit und die Transporte in griechische Krankenhäuser. Eine knappe Woche später fand die nächste Lieferung von Salzburg nach Griechenland statt, wo die Medikamente an Kliniken übergeben wurden.
Bei dieser Gelegenheit wurden nicht gebrauchte und nicht abgelaufene Medikamente (sechs Monate) abgegeben.
Informationen über die „Griechenlandhilfe Salzburg“ im Internet: www.griechenlandhilfe.at
Auf YouTube: https://youtu.be/AIgw2RgemlI und https://www.youtube.com/channel/UCt0FDqvFrB7ivEzq9bKtA9w
Zum Bericht der SZ-FFB bitte Überschrift anklicken.
Der Bericht im Brucker Tagblatt: www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/medikamente-griechenland-6475526.html


Samstag, 19. Dezember 2015
Antikriegskundgebung

Antikriegskundgebung am 19.12.15, in FFB, 11 Uhr, vor der Sparkasse, gegen den von der Regierung beschlossenen Kriegseinsatz in Syrien, der kein UNO-Mandat und keinem Hilferuf der regulären syrischen Regierung folgt und somit völkerrechtswidrig ist.
Vorbericht im "FFB-Tagblatt": http://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/anti-kriegsinitiative-gruendet-sich-fuerstenfeldbruck-5969624.html.
Berichterstattung: Bitte Überschrift anklicken.

Freitag, 7. August 2015
Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki. 70 Jahre atomare Bedrohung sind genug! Für eine Welt ohne Atomwaffen!

Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki. 70 Jahre atomare Bedrohung sind genug! Für eine Welt ohne Atomwaffen!
Mittwoch, 5. August, 19:30 Uhr, Auftakt vor dem "Alten Rathaus", Hauptstraße 4, FFB, anschließend Demozug zur Gedenkfeier auf der "Kneipp-Insel".

Die Abwürfe der ersten Atombomben jähren sich zum siebzigsten Mal. Die Erinnerung an das qualvolle Sterben von mehr als 300.000 Menschen verblasst und wird von der Politik weitgehend verdrängt. Die Regierungen haben es nicht geschafft, die verbrecherische atomare Massenmordwaffe zu ächten. Noch immer werden zahlreiche Atomwaffen von den Atomstaaten bereit gehalten – auch in Deutschland. Mit ihrer Zustimmung zur "Modernisierung" unterstützt die Bundesregierung eine neue Spirale der Aufrüstung. Sie ignoriert damit den Willen der Zivilgesellschaft, die mehrheitlich für den Abzug der Atomwaffen und für ihre weltweite Ächtung eintritt.
Gemeinsam mit Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister, Herrn Klaus Pleil – Mitglied der weltweiten Organisation "Bürgermeister für den Frieden" (www.mayorsforpeace.org) – riefen wir die Bevölkerung aus F’Bruck und Umgebung zur Beteiligung an der Mahn- und Gedenkveranstaltung in unserer Kreisstadt auf. So wie die Menschen in Japan und an vielen Orten in der Welt, bringen wir unseren Friedenswunsch mit Text- und Musikvorträgen zum Ausdruck. „Die Opfer suchten im Fluss ihre brennenden Körper zu retten. Wir treffen uns am Wasser der Amper.“
Veranstalter: Sozialforum Amper, Fürstenfeldbruck. Initiative für gerechte Sozialordnung, Demokratie, Frieden und Ökologie
Infos: www.friedenskooperative.de/hiroshima
Der Vorstand der weltrenommierten Zeitschrift „Bulletin of Atomic Scientists“ (BAS) hat die sogenannte Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) neu gestellt: Es ist jetzt drei Minuten vor Zwölf. http://thebulletin.org/overview
Pressebericht: Bitte Überschrift anklicken.

Sonntag, 2. August 2015
SOLIDARITÄT mit den MENSCHEN in GRIECHENLAND

Informationsveranstaltung zur aktuellen Lage in Griechenland
Donnerstag 30.07.2015, 19:30, im BÜRGERPAVILLON / EINE-WELT-CAFÈ, Heimstättenstraße 24, 82286 Fürstenfeldbruck mit Paul KLEISER, Politiloge, VHS-Dozent, Mitglied des Sozialforums München, Autor des Buches: „Griechenland im Würgegriff“.

Die Lage in Griechenland hat sich dramatisch zugespitzt. Die Berichte unserer Medien sind sehr häufig fragwürdig oder nicht ausreichend. Wir fragen: Ist Griechenland schuld an der Euro-Krise ? Was geschieht wirklich in Griechenland? Wer sitzt an den Schalthebeln und bestimmt, ob Griechenland geholfen werden soll oder nicht? Wer hat ein Interesse daran, Griechenland kaputt zu machen? Paul Kleiser hat sich intensiv mit der Entwicklung in Griechenland befaßt und kennt das Land persönlich sehr gut. Wir werden mit ihm über diese und weitere brennende Fragen intensiv diskutieren.
Medikamentensammlung: Wegen der Maßnahmen der sogenannten Troika leidet die Bevölkerung unter einer massiven Unterversorgung an Lebensmitteln, Energie und Medikamenten. Die Menschen in Griechenland brauchen dringend unsere Hilfe. Es herrscht Mangel an allem, besonders aber an Medikamenten und medizinischen Geräten. Menschen leiden und sterben an dieser Unterversorgung. Deshalb rufen wir auf, nicht mehr benötigte Medikamente nicht weg zu werfen, sondern zu spenden! (Das Verwendbarkeitsdatum darf nicht überschritten sein) Wir sammeln diese Medikamente und leiten sie - in Zusammenarbeit mit dem Sozialforum München - an die „Soziale Praxis Ellinikon“ (MKIE) in Athen weiter. Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger helfen dort ehrenamtlich allen Arbeitslosen, Armen und allen Menschen ohne Krankenversicherung.
SZ-Bericht über den Griechenlandabend mit Kleiser: Bitte Überschrift anklicken.

Samstag, 23. Mai 2015
Fürstenfeldbruck rockt gegen TTIP, CETA, TiSA & Co.

Donnerstag, 21.5.2015
TAG DER KULTURELLEN VIELFALT (Aktionstag der UNESCO) - AKTIONSTAG GEGEN TTIP, CETA & CO: Mit Kultur gegen Diktatur. (Aufruf des Deutschen Kulturrats)
21.5. Tag der kulturellen Vielfalt (Aktionstag der UNESCO, seit 2002) Kulturtag gegen die Unfrei-Handelsabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co. (Aufruf des Deutschen Kulturrats)
“Kultur ist das Vergnügen, die Welt zu verändern” – Bert Brecht
Konzert für Demokratie & Bürgerrechte
FÜRSTENFELDBRUCK ROCKT gegen die Unfrei-Handelsabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co. ud für gemeinwohlorientierte Wirtschaft und demokratische Bürgerrechte
VINCENT ROCKS · 300 Jahre Rock’n Roll - Blues, Rock und Classic – von Bach, über Beatles und Clapton bis zu Jimmy Hendrix

20 Uhr, Bürgerzentrum Gernlinden, Brucker Str. 2 (S-Bahn-Nähe)
Ab 18.30 Uhr Demokratischer KulturZirkus - Infomarkt, Action, Überraschungen: Infostände der veranstaltenden Gruppen; Fahrkartenverkauf für Zielbahnhöfe in der Zukunft; Ein musikalisches Buffet; Kurzansprachen; Unterschriftensammlung gegen TTIP & Co. und mehr.
Konzertbeginn 20 Uhr. Solidaritäts-Eintrittspreis: 8 €
Veranstalter-Kreis „Bündnis FFB im Wandel / FFB TTIP-frei“:
Agenda 21 FFB, Bund Naturschutz FFB, DGB/GEW KV FFB, FFB - bunt statt braun, KAB – Kath. Arbeitnehmerbewegg. KV FFB, Kulturraum Rondo, LETS Tauschring FFB, Nord-Süd-Forum, Slowfood Fünfseenland, Sozialforum Amper, Zivilcourage für einen gentechnikfreien Landkreis und weitere.

Dienstag, 17. März 2015
Theatergastspiel im Kulturzentrum PUC

Ein großer Veranstalterkreis aus gesellschaftspolitisch aktiven Gruppen des Landkreises Fürstenfeldbruck lud ein:
STILLE MACHT! Eine Lobbyisten-Komödie mit Evergreens & Schmachtfetzen. Ein Theaterstück der Berliner Compagnie über Lobbyismus, Freihandelsabkommen und Lügen
Sonntag, 15. MÄRZ 2015, 19 Uhr - Einlass und Infomarkt ab 18 Uhr, Kulturzentrum Puchheim PUC, Oskar-Maria-Graf-Str. 2, 82178 Puchheim.

Die Theatergruppe „Berliner Compagnie“ zeigte in greller Buntheit, wie grau und schwarz und manchmal braun die Realpolitik ist, wer sie macht und wie wir uns wehren können! Mit Humor und Sarkasmus werden die “stillen Mächte” Lobbyismus in Berlin und Brüssel und die Methoden der Rüstungs-, Pharma- und Agrarlobby vorgeführt, mit denen unsere Politiker dazu gebracht werden, den Interessen der Global Player in der Wirtschaft mehr zu dienen als dem Wohl des Volkes. Kann das funktionieren? Es kann, wenn es von so einer Supertruppe gespielt wird.
Eintrittspreise: Eintritt 13 €. Förderpreis 17 € (ermöglicht ermäßigte Karten für Besucher mit geringem Einkommen).
Ermäßigter Eintritt 8 € (für Schüler, Studenten und Leistungsbezieher nach SGB II und XII) an der Abendkasse.

Donnerstag, 7. August 2014
Gedenkfeier für Hiroshima/Nagasaki 2014

Dienstag, 5.8., Beginn um 19.30 Uhr
Das Sozialforum Amper rief auf zur Gedenkfeier zum 69. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima /Nagasaki - Für ein Verbot aller Atomwaffen weltweit.

Teil 1: Hauptstraße vor der Sparkasse
1. Trommeln Freunde aus Senegal
2. Begrüßung NN
3. Grußadresse Vertreter der Stadt ist angefragt
4. Ansprache Inge Ammon
5. Trommeln und Aufstellung zur Demo
Demonstrationszug über die Hauptstraße, Pucherstraße Kapuzinerstraße, Schöngeisingerstraße, Silbersteg zur Kneippinsel

Teil 2: Auf der Kneipp-Insel
Kerzen werden angezündet, großer Kreis (bitte Kerzen und Laternen mitbringen)
6. Friedenslieder Die Rockids
7. Schweigeminute (mit Klangschale und Meeresrauschen)
8. Ansprache Niclas Willam-Singer
9. Gitarrenklänge Günther Wagenpfeil
10. Lesung Monika Glemnitz-Markus
11. Gemeinsames Abschlusslied: We shall overcome
12. Verabschiedung und Dank

Das „Fürstenfeldbrucker Tagblatt“ berichtete: „Protest gegen Krieg und Atomwaffen. Der Mahnzug durch die Stadt: Mit Transparenten protestieren die Menschen gegen Atompolitik und Kriege“: http://www.merkur-online.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/protest-gegen-krieg-atomwaffen-3762076.html

Eine Präsentation zum Geschehen: http://de.slideshare.net/anumks/hiroshima-and-nagasaki
Hintergrundwissen: http://www.heise.de/tp/artikel/20/20565/1.html
Eine interaktive Multimedia-Dokumentation führt durch die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse und Hintergründe des Ersten Weltkrieges: http://interactive.guim.co.uk/embed/kiln/worldwar/site/?lang=de - Quelle:www.freitag.de

Mittwoch, 22. Januar 2014
Dialog Zukunft - Profitwahn und Alternativen

Veranstaltung zum Thema "Profitwahn" in der Veranstaltungsreihe „Dialog Zukunft – Wie wollen wir in der Zukunft leben?“
Am Mittwoch, 22.1.14, fand der Vortrag von Prof. Kreiß statt zu seiner Bucherscheinung "Profitwahn", mit Diskussion, im Gemeindesaal der Erlöser-Kirche, Stockmeierweg 7, FFB. Prof. Dr. Christian Kreiß ist Ökonom und hat sich intensiv mit den Ursachen und Folgen der Finanzkrise befasst. Er ist Autor der Studie über die eingebaute Lebensdauerbegrenzung von Gebrauchsgütern. Herr Dr. Kreiß gab einen Überblick zur gegenwärtigen Situation der Wirtschaft und der Finanzmärkte geben. In seinem Buch „Profitwahn“ kommt er zu dem Ergebnis, dass die Finanzwirtschaft über mehr Macht verfügt als die Politik und dass es höchste Zeit ist für eine Weichenstellung hin zu einer menschengerechteren Wirtschaft.
Das Buch: www.tectum-verlag.de/profitwahn.html. Wer sich Wissen zur Thematik verschaffen möchte, findet Buchauszüge hier: www.matrixwissen.de/download/Profitwahn-Ausschnitte.pdf

Montag, 16. September 2013
Große Energiewende-Podiumsdiskussion

5. September 2013: Energiewende und Klimaschutz - Elf DirektkandidatInnen aus acht Parteien standen auf dem Podium Rede und Antwort
Veranstalter: ZIEl 21, Kreisgruppe Fürstenfeldbruck des Bund Naturschutz, Sozialforum Amper

"Elf Politiker, die in Bundestag oder Landtag einziehen wollen, legen bei Podiumsdiskussion dar, wie schnell sie die Unabhängigkeit von Öl und Gas erreichen wollen.
Die Veranstalter, Bund Naturschutz, Sozialforum Amper und Ziel 21, setzen darauf, dass sich die Kandidaten im Falle eines Wahlerfolgs an ihre Ankündigungen halten und damit die Energiewende im Landkreis voranbringen" (SZ-FFB online).
Auf dem Podium für den Landtag:
Dr. Thomas Goppel, CSU (MdL, in Vertretung von Reinhold Bocklet)
Gottfried Obermair, Freie Wähler
Dr. Martin Runge, Bündnis 90/ Die Grünen (MdL)
Kathrin Sonnenholzner, SPD (MdL)
Dr. Andreas F. Ströhle, PIRATEN
Jörn Weichold, LINKE
Prof. Dr. Klaus Wollenberg, FDP
Auf dem Podium für den Bundestag:
Eva Bulling-Schröter, LINKE (MdB, Vorsitzende des Umweltausschusses, in Vertretung der Direktkandidatin Irina Graf)
Bernd Heilmeier, Freie Wähler
Adrian Heim, ÖDP
Michael Schrodi, SPD
Der Bericht auf SZ-FFB online: Bitte Überschrift anklicken.
Und im "Kreisboten": http://www.epaper-system.de/bkbackoffice/getcatalog.do?catalogId=140315 (auf Seite 5)

Dienstag, 6. August 2013
Für eine Welt ohne Atomwaffen

Montag, 5. August, 20 Uhr, am Niederbronner Platz, FFB.
Demonstrationszug zur Kneipp-Insel am Silbersteig

In der Nacht des 5. August, zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 68 Jahren, wollen wir der Opfer gedenken. Zugleich erinnern wir an die weltweite atomare Bedrohung und mahnen zur Abrüstung von Atomwaffen, verurteilen die geplante Atomwaffen-Modernisierung.
Mit den Menschen in Japan und an vielen Orten in der Welt bilden wir eine Kette der Erinnerung. Wir bringen unseren Friedenswunsch in Form von Texten und Musik zum Ausdruck. Die Opfer suchten im Fluss ihre brennenden Körper zu retten. Wir treffen uns am Wasser der Amper. Bitte Kerzen in Gläsern oder Laternen/Lampions mitbringen.
"Mahnende Gedenkworte an Hiroshima. Mit dem Appell für eine Welt ohne Atomwaffen hat das Sozialforum Amper der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht“. Bericht auf "merkur-online": Bitte Überschrift anklicken.

Sonntag, 9. Juni 2013
10-Jahresfeier des Sozialforum Amper

Das Sozialforum Amper, die Initiative für gerechte Sozialordnung, Frieden, Demokratie und Ökologie im Landkreis Fürstenfeldbruck, feierte heuer das 10-jährige Bestehen. Samstag, 8.6., 14 Uhr, im Gemeindehaus der Erlöserkirche in Fürstenfeldbruck.
Beim Ostermarsch 2003 traf sich eine kleine Gruppe Menschen, die der Meinung war, dass über Missstände nicht nur geklagt, sondern dagegen auch etwas getan werden kann. Seitdem sind viele dazugekommen, einige ausgeblieben, und im Landkreis Fürstenfeldbruck wurde in einem guten Netzwerk mit vielen kleinen, durchaus beachtenswerten Aktionen die Verantwortung übernommen, aufzustehen und unseren Teil dazu beizutragen, die Welt besser zu machen, als sie aufgrund von Globalisierung und Kapital-Un-Verantwortung ist. Heuer feierten wir unser 10-jähriges Jubiläum mit Musik, Lesungen, Infoständen, Kinderflohmarkt, angeregten Gesprächen und fröhlichem Beisammensein.
„Eine andere Welt ist möglich. Wenn ihr genau acht gebt, hört ihr sie schon leise atmen“ - Arundhati Roy.

Samstag, 2. März 2013
Einladung zur Aussprache über Neofaschismus ...

... in Bayern und in unserer Region
Was können wir tun, um diesen Wahnsinn stoppen zu helfen?
Wir laden alle Interessierten ein zu einer ersten gemeinsamen Aussprache!

Freitag, den 1.3.2013, um 17.30, im Forum 31, Heimstättenstraße 31, FFB
Um folgende Themen und Fragen soll es gehen:
Der bevorstehende NSU-Prozess – was ergibt sich daraus für Antifaschistinnen und Antifaschisten
Das NPD-Verbot: Der Bundesrat hat beschlossen, einen Verbotsantrag gegen die NPD zu stellen - was bedeutet das für uns? Information und Aufklärung über die neofaschistischen Bewegungen, vor allem auch unter den Jugendlichen. Wie ist die Situation in Fürstenfeldbruck? Es gibt eine sehr gute Dokumentations-Ausstellung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, über Neofaschisten in Bayern, die wir in Fürstenfeldbruck zeigen könnten.
Wir möchten auch erste Schritte planen und konkrete Verabredungen treffen für ein gemeinsames weiteres Vorgehen. Wir meinen, dass diese Initiative sehr wichtig ist und hoffen, dass sich viele beteiligen. Vielleicht gelingt es uns, ein antifaschistisches Bündnis in FFB und Landkreis zu organisieren. Wenn Ihr/Sie noch jemanden wißt/wissen, die/der sich interessieren könnte für diese Initiative, bitten wir Euch sehr, sie/ihn herzlichst einzuladen.
Für die Initiative: Hiltraut Wurm für das Sozialforum Amper, Margot Simoneit für die GEW, Renate Hennecke für die VVN/BdA, Hans-Jürgen Buber für das Sozialforum Amper

Sonntag, 4. November 2012
Workshop Gerechte Wirtschaftsordnung

Arbeitskreis Gerechte Wirtschaftsordnung: Grundlagen der Ökonomie.
Das Sozialforum Amper lud ein zum ersten Termin am Samstag, den 3.11., um 10 Uhr, im kleinen Gemeindesaal der Erlöserkirche, Stockmeierweg 7.
Mittlerweile ist die Mehrheit der Menschen in Deutschland davon überzeugt, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem keine Zukunft mehr hat. Aber es mangelt an Vorstellungen für eine alternative Form des Wirtschaftens. Um aber eine Alternative entwickeln zu können, müssen wir zunächst die Grundlagen des gegenwärtigen Systems verstehen.
Wir wollen uns deshalb in diese Thematik einarbeiten. Vorgesehen sind 6 Workshops (jeweils am 1. Samstag im Monat von 10.00 bis 13.00 Uhr) in FFB, Stockmeierweg7, im kleinen Gemeindesaal der Erlöserkirche. Dazu haben wir verschiedene Themen mit Referenten geplant. Nach den Einführungsreferaten wollen wir über die Themen ausführlich diskutieren. Ziel der Reihe ist – neben der Klärung der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Zusammenhänge, der Vorstellung von Alternativen – die Diskussion über mögliche Wege zur Umsetzung.

Sonntag, 4. November 2012
Bankausbruch in Fürstenfeldbruck!

Pressemitteilung der KAB und des Sozialforum Amper
Kurios: Bankausbruch in Fürstenfeldbruck!
Das Sozialforum Amper und die KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung e.V.) haben „Kröten“ aus der Deutschen Bank in Fürstenfeldbruck geholt.

Mit der Aktion am Mittwoch, 31.10.12, vor der Deutschen Bank in Brucks Hauptstraße,wollen die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und das Sozialforum auf die Geschäfts- und Investitionspolitik der Großbanken hinweisen, die in klimaschädliche und gefährliche Kohle- und Atomkraftwerke investieren. Keine Skrupel haben die wegen ihrer Größe als systemrelevant bezeichneten Banken auch bei der Kreditvergabe an die Rüstungsindustrie. Viele Banken spekulieren noch immer auf Agrarrohstoffe und fördern damit Hunger und Armut in den Ländern des Südens. Sogar auf die Pleite ganzer Länder wird gezockt! Und wenn die Märkte wegen der Pleite einer Bank verrücktspielen, darf die Allgemeinheit für die Verluste aufkommen. Dieses zerstörerische Bankenwesen wollen die KAB und das Sozialforum nicht länger akzeptieren. „Die Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert“, so der Diözesansekretär Rainer Forster. Die KAB nennt das „Bankenrettungssozialismus“ und verweist auf die regionalen Banken und Sparkassen, die für die Menschen und Unternehmen in der Region verlässliche Partner sind.
Der Bankentest, den KAB und das Sozialforum vor der Sparwoche an alle Banken verschickt hat, machte das nochmal mehr als deutlich: Die Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank usw.) haben sich nicht zu ihrer Investitions- und Geschäftspolitik geäußert. Anders die regionalen Banken – die Sparda Bank erstellt neben der Finanzbilanz sogar eine Gemeinwohlbilanz. Damit will die Bank Transparenz schaffen und misst jedes Jahr aufs Neue ihre Verbesserungen bei den Werten soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde, demokratische Mitbestimmung und ökologischer Nachhaltigkeit. Rendite mit positivem Wachstum – es geht auch anders!

Samstag, 29. September 2012
Aktionstag „UmFairteilen“ am 29.September 2012

Das Sozialforum Amper beteiligte sich an den bundesweiten Aktivitäten des Aktionstages „UmFairteilen“ am 29.September 2012 mit einem Mitmach – Informationsstand am Samstag, 29.9.2012, ab 10.00 Uhr auf dem südlichen Viehmarktplatz in FFB.
Der Aktionstag wird bundesweit getragen von einem breiten Bündnis, an dem neben Attac, Gewerkschaften und Sozialverbänden, auch Jugend-, Studenten-und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt sind.
Das Bündnis fordert eine stärkere Besteuerung der vermögenden Gesellschafts-Schichten, um einem weiteren Kahlschlag zu Lasten des Gemeinwesens zu verhindern. Konkret werden eine dauerhafte Vermögenssteuer und eine ein-malige Vermögensabgabe gefordert. Darüber hinaus ist eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen, finanzstarker Unternehmen und großer Erbschaften notwendig.
Der öffentlichen Armut von Kommunen und Staat steht in Deutschland ein Privatvermögen von über 5 Billionen Euro gegenüber. Die privaten Vermögen der reichsten 10% allein belaufen sich auf ca. 61 % des Gesamtvermögens; das reichste Prozent besitzt mehr als ein Drittel.
UmFairteilen ist das Gebot der Stunde. Die Vermögenden müssen an den Ausgaben für dringend notwendige Investitionen in Bildung, Umwelt, Gesundheits- und Sozialwesen stärker beteiligt werden.

Donnerstag, 9. August 2012

Hiroshima und Nagasaki - Gedenkveranstaltung
Montag, 6. August, 20:00 Uhr
Auftakt vor dem "Alten Rathaus" in Fürstenfeldbruck.
Gemeinsam machten wir uns auf den kurzen Weg zur "Kneipp-Insel" über den Silbersteg. Dort haben wir bei Kerzen- und Fackelschein der Opfer gedacht.

67 Jahre Hiroshima/Nagasaki: 92.000 Menschen starben sofort, 130.000 bis Jahresende und noch viele später an den Folgen. Die Gefahr eines Atomkrieges oder -unfalles ist immer noch präsent und nimmt sogar zu. Weltweit lagern über 20.000 Atomsprengköpfe. In Deutschland sind im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO 20 US-Atombomben auf dem Gelände des Fliegerhorts Büchel in der Eifel stationiert. Trotz der Verpflichtung im START-Vertrag, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe und deren Trägersysteme deutlich zu reduzieren, wollen die USA ihr Atomwaffenarsenal modernisieren anstatt konsequent abzurüsten.
Die Ausgaben für Atomwaffen werden im Jahr 2012 weltweit mehr als 100 Milliarden US-Dollar betragen, öffentliche Gelder, die im Gesundheitswesen, in der Bildung und im sozialen Bereich fehlen. Der internationale Gerichtshof erklärte schon 1996 die Androhung und den Gebrauch von Atomwaffen für völkerrechtswidrig.
Wir fordern die Vernichtung aller Atomwaffen und die Abschaltung der Atomkraftwerke.
Zum Ablauf des Gedenkens auf der "Kneipp-Insel":
Laute und leise Musik gibt es von den Trommlern um Robert Beyer, den Rockids und auf der Gitarre von Musikus Wagenpfeil. Herr Pfarrer Willam-Singer von der evangelischen Erlöserkirche, Herr Jürgen Schulz vom Nord-Süd-Forum und Frau Inge Ammon vom Friedensbündnis sowie die Schülerin Emily Bakels werden uns mit kritischen Texten zum Nachdenken über die Atom-Maschinerie und zum verantwortungsvollen Protest führen.

Samstag, 26. Mai 2012

Diskussionsthema im Politcafé vom 19. Mai 2012: „Kriegsgefahr im Nahen Osten“ mit einem Vertreter vom Verein “Freunde des Libanon e.V.” in München.

Neofaschismus in Bayern
Robert Andreasch von a.i.d.a. referierte auf Einladung von fünf Gruppierungen am 2. März 2012 im Gemeindesaal der Erlöserkirche in FFB

Hiltraut Wurm vom Sozialforum Amper umriß das Treffen mit Nord-Süd-Forum, Kreisjugendring, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten im Gemeindesaal der Brucker ev. Erlöserkirche mit „Das Thema brennt uns auf den Nägeln. Die Rolle des Verfassungsschutzes ist und bleibt widersprüchlich bis fragwürdig.“
Der Referent zur Thematik „Neofaschismus, neofaschistische Morde, NPD und NPD-Verbot“, Robert Andreasch, ist freier Journalist und arbeitet mit seinen Recherchen und Feststellungen zur rechtsextremen Szene in Bayern für Tageszeitungen, Rundfunk- und TV-Anstalten. Er ist Mitarbeiter der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. (a.i.d.a.), die Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Flugblätter, Aufkleber und anderes von rechts-gerichteten Bewegungen archiviert. Andreasch sieht erst jetzt aufgrund eines starken Drucks von unten die Bedrohung des Staates durch die „Nationalsozialistische Untergrundarmee“ (NSU) von Politik und Polizei ernst genommen. „Ihre Unterstützerorganisation NPD kann jedoch weiterhin mit Steuergeldern Nationalismus, Rassismus, Faschismus propagieren …“ Für ihn als in 15 Jahren genauen Beobachter der rechtsextremen politischen Szene ist ein NPD-Verbot trotz aller verzögernden Bedenken und juristischen Haarspaltereien überhaupt keine Frage, sondern ein Gebot der Notwendigkeit. Den von ihm in Veranstaltungen und Recherchen aufgespürten rechtsextremen Strukturen, Inhalten (Propagandamaterial) und Tendenzen attestiert er eine klare Verfassungsfeindlichkeit. Der NPD und dem verlängerten Arm des bayernweiten Kameradschaftsverbandes „Freies Netz Süd“ bescheinigte er eine versierte Professionalität in der Nutzung neuer Medien und Foren: „ Eigentlich sind deren vielfältige Aktivitäten für mich erschreckend. Aber für mich gibt es dadurch immer was zu tun …“ In allen Beiträgen geht es um Rassismus als zentrales Thema, um Fremdenhass, verstärkt in Bayern auch wieder um Antisemitismus und neuerdings auch wieder um einen längst beerdigt geglaubten Antifeminismus: Also die frauliche Rolle rückwärts in ausschließlich männlich oder religiös geprägte Vormundschaften. Das vom a.i.d.a. Archiv München gesammelte/dokumentierte Hintergrundmaterial zu Nationalismus und Rassismus speziell in den Aktivitäten der politisch extremen Rechten existiert seit 1990. Dafür wurde es vom bundesweiten „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt“ 2005 und 2006 für vorbildliches ziviles Engagement ausgezeichnet. 2008 folgte eine Auszeichnung durch die Landeshauptstadt München, deren Ausländerbeirat sowie dem Verein Lichterkette e.V. Es ist nicht nachvollziehbar für Robert Andreasch, dass in den bayerischen Verfassungsschutzberichten 2008 bis 2010 a.i.d.a. als „linksextrem und verfassungsfeindlich“ diskreditiert wurde. Im Rechtsstreit mit dem Innenministerium erfolgten hierzu bereits Rücknahmen. Genauso unhaltbar ist für den Referenten auch die Erwähnung einer Einzelperson wie Ernst Grube im bayerischen Verfassungsschutzbericht: Grube, der als Kind und Holocaust-Opfer das KZ Theresienstadt überlebte, wurde wiederholt als Zeitzeuge und Vortragender in Schulen vom Kultusministerium angefordert und von der Staatsregierung für sein aufklärendes Engagement geehrt. Die rechtsextreme Szene wurde in Bayern im Januar 2012 gleich 25 Mal auffällig zwischen Aschaffenburg und Mühldorf am Inn, Coburg und Halsbach-Kirchweidach. Im Februar waren es bereits 28 z.T. gewalttätige Anlässe zwischen Bayreuth und Penzberg, Hof und Tutzing. Ein Neonaziladen in Murnau konnte noch nicht für den Versand der Musik-CD „Adolf Hitler lebt“ aus Gründen eines Formfehlers rechtlich belangt werden. Die CD feiert das Zwickauer Mordnetz mit Texten wie „Neun mal hat er es jetzt schon getan. Die Soko Bosporus, sie schlägt Alarm. Bei allen Kebabs herrscht Angst und Schrecken. Der Döner bleibt im Halse stecken.“ Unter den Zuhörern im Gemeindesaal der ev. Erlöserkirche befanden sich auch Jugendliche des Kreisjugendrings, der Jusos gegen Rechts und der Grünen Jugend.
Günter Schäftlein

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Am Gröbenzeller Maifest 2012 beteiligte sich das Sozialforum Amper FFB wieder mit einem großen Infostand.


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Text-Einträge aus dem vergangenen Jahr
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Schuldenkrise – Woher? Was tun? Wer zahlt die Schulden?
Vortrag und Diskussion
Veranstaltungsforum Fürstenfeld, Seminarraum 1
Freitag, 2.12. 2011 um 19.30 Uhr

Die aktuelle, hektische Debatte um Schulden, Schirme und wer zahlt, weist ein entscheidendes Manko auf: Die Ursachenforschung setzt (bestenfalls!) erst bei der geplatzten US-Immobilienblase ein und landet damit folgerichtig bei “ewigen” menschlichen Unzulänglichkeiten wie – Gier, Unbedachtheit, schlichter Doofheit (siehe Verwechslung von Plus und Minus bei der Bad Bank), Herdentrieb, Schwarzen Schafen ….und überhaupt: “Alles ist Psychologie“.
Das ist kein Zufall, das ist durchdachte Strategie. Die Frage nach Interessen oder gar Gesetzmäßigkeiten können die Profiteure dieser Katastrophen nicht gebrauchen.
Aber wir! Wir haben zwar nichts mit deren Machenschaften zu tun, schon gar nicht mit deren atemberaubenden Gewinnen, – aber als der dumme August dürfen wir die Zeche begleichen.
Mit 7 großen illustrierten Schautafeln wird der isw*-Mitarbeiter Bernd Bücking durch das Thema führen. Anschließend Diskussion.

*institut für sozial-ökologische wirtschaftsforschung e.V.München

Mahnwache – Winterpause?
Nachdem nun seit März jeden Montag eine Mahnwache stattgefunden hat, haben wir beschlossen, jetzt in der kalten Jahreszeit eine Pause einzulegen. Aber nicht völlig. Wir versuchen, einen geeigneten Raum zu finden, um wenigsten einmal monatlich Musik und Diskussion über aktuelle Politik zu vereinen. Wenn wir einen Raum gefunden haben, werden wir das kundtun.

13. September 2011
Zäh – aber wir halten durch
Die Mahnwachen in Fürstenfeldbruck sind in den Ferienwochen etwas zäh gelaufen, so dass zum Teil nur 15 Teilnehmer erschienen sind. Aber wir haben ja beschlossen, die Mahnwachen weiter zu veranstalten. Die Musikgruppe “RocKids” ist dabei eine sehr hilfreiche Unterstützung dieser Demonstration. Und jetzt nach der Ferienzeit werden wohl wieder mehr Menschen kommen.
Und es ist immer auch zu beobachten, dass Passanten stehenbleiben, um gespannt zuzuhören – der Musik und auch den Redebeiträgen.
Wir haben ein freies Mikrofon, das heißt, jeder kann sich an den Beitägen und der Diskussion beteiligen.
Also – wir stehen auch weiterhin bei der Mahnwache – jeden Montag am Alten Rathaus um 18.30 Uhr.

Hiroshima-Veranstaltung in Fürstenfeldbruck
Hiroshima und Nagasaki
Gedenkveranstaltung
am Freitag, 5. August 2011
20°° Auftakt vor dem Alten Rathaus in FFB
Begrüßt wurden die etwa 60 Teilnehmer von der Trommelgruppe Robert Beyer. Dionys Zehentbauer moderierte den Abend und gab das Wort gleich an Vera Gedon weiter, die ein Grußwort von Pfarrerin Leitz-Zeilinger verlas. Anschließend kam ein recht kämpferischer Redebeitrag von Raimund Kamm, Vorstand Forum Gemeinsam gegen Zwischenlager, Augsburg. Nach einem Musikstück der RocKids setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung.
Mit Fahnen und Transparenten, begleitet von zwei Polizisten, ging es die Hauptstraße hoch zum Rathaus, dann weiter die Pucher Straße und Viehmarkt über den Silbersteg an die Amper. Hier hörten wir wieder die Trommeln im Kerzenlicht. Über Hiroshima und Nagasaki sprach anschließend Inge Ammon mit einer Schweigeminute. Wegen des einsetzenden Regens wurde nun das vorgesehene Programm etwas gekürzt: Monika Glemnitz las den Text “Wo ist Mutter?” und Petra Lang sprach über Langzeitfolgen von Tschernobyl. Mit dem Lied “We shall overcam” wurde die anspruchsvolle Veranstaltung beendet.
Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. u. 9. 8 1945 töteten über 92.000 Menschen sofort, 130.000 Menschen starben bis Jahresende an den Folgen und noch viele Menschen in den Jahren danach.
Die Abwürfe waren weder völkerrechtlich, noch ethisch oder politisch zu verantworten. Eine Strafverfolgung der Schuldigen gab es nicht.


14. Juli 2011
Atomausstieg in die Verfassung!
Was man noch für den Atomausstieg tun kann:
auf dieser website kann man an der online-Aktion mitmachen:
http://umweltinstitut.org/atomausstieg_in_verfassung

… aus dem Newsletter des Umweltinstitutes:
Atomausstieg in die Verfassung!
Wir fordern den Atomausstieg in der Verfassung zu verankern. Beteiligen Sie sich an unserer Onlineaktion! Es hat keinen Sinn, jetzt einen All-Parteien-Konsens für den Ausstieg zu organisieren, wenn die Atom-Fans in den Parteien und die Atomkonzerne nur auf die nächste Chance zur Laufzeitverlängerung warten. Wir wollen, dass die Atomenergiefrage in zukünftigen Wahlkämpfen nicht wieder zum Thema wird. Erfahrungsgemäß schwindet die Erinnerung an den Super-GAU schnell, wie wir nach Tschernobyl bedrückend deutlich beobachten konnten. Bereits beim rot-grünen Atomausstieg haben wir gesehen, dass es nur einen Regierungswechsel braucht, um ihn – sogar gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung – wieder rückgängig zu machen. Durch die Aufnahme in die Verfassung soll verhindert werden, dass neue Mehrheiten den Ausstieg stoppen.
Deshalb: Atomtechnik ächten
Atomsubventionen untersagen
Atomexporte stoppen
Atomstrom-Importe verbieten
Weltweiten Atomausstieg voranbringen
Werden Sie aktiv: Machen Sie mit und schicken Sie eine E-Mail an alle Fraktionen im Bundestag. Der Atomausstieg muss unumkehrbar werden!

Gemeinsam Wohnen statt Vereinzelung
Fürstenfeldbruck, den 1. Juli 2011
Dieser Artikel wurde auch an die Presse und an den Oberbürgermeister und den Stadtbaumeister von Fürstenfeldbruck geschickt.
Gemeinsam wohnen statt Vereinzelung.
Wie wollen und können wir wohnen, wenn wir Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen pflegen wollen anstatt immer mehr in die Vereinzelung zu gehen? Diese Frage sollte am 29. Juli bei der Veranstaltung “Gemeinsam statt einsam” im LiB Mehrgenerationenhaus diskutiert werden. Mehr als 50 Besucher kamen ins Fürstenfeldbrucker Bürgerzentrum am Sulzbogen und zeigten damit, dass das Thema hoch aktuell ist.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Heike Skok vom Verein Urbanes Wohnen bereits bestehende Wohnprojekte aus München und Bayern vor. Die erfahrene Referentin schilderte, wie alternative Wohnprojekte erfolgreich umgesetzt werden können, was bei der Finanzierung zu beachten ist und welche Möglichkeiten für Zuschüsse es gibt. Die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Stadt München zeigte: Auch auf kommunaler Ebene hat man inzwischen erkannt, welche Vorteile sich aus der Förderung derartiger Projekt ergibt. So trägt das Projekt “wagnis” am Ackermannbogen mit seinem öffentlichen Bistro dazu bei, das kulturelle Leben der Nachbarschaft zu beleben und zu bereichern. Dabei konnte Skok von vielen positiven Nebeneffekten berichten. So tragen Gemeinschaftswohnprojekte auch dazu bei, Vandalismus zu verhindern, da die Menschen sich deutlich mehr mit ihrer Wohnumgebung identifizieren.

Ein weiteres erfolgreiches Wohnprojekt findet seit ein paar Jahren im Schloss Blumenthal in Aichach statt. Karl Giggenbach, Mitbegründer des Projekts, schilderte in einem lebendigen Vortrag, welche Hürden anfangs gemeistert werden mussten. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ein Mehrgenerationen-Projekt entdeckte Giggenbach zusammen mit seiner Frau im Jahr 2004 das Schloss Blumenthal und war sofort von der Schönheit des Ortes begeistert. Zusammen mit drei anderen Paaren starteten beide das Vorhaben. Die Gründer entwickelten ein Konzept und präsentierten es den Fuggerschen Stiftungen und dem Aichacher Stadtrat. Mit Erfolg: Der Aichacher Bürgermeister, die Stiftungsmitglieder und auch der Denkmalschutz sowie die anderen zuständigen Behörden gaben grünes Licht und sicherten ihre Unterstützung zu. Heute leben 16 Familien in Blumenthal, es gibt einen gemeinsam betriebenen Gasthof mit Biergarten, eine Schlossbrauerei, eine ökologische Landwirtschaft und in Kürze auch ein Hotel. Die Gemeinschaft sprüht vor Kreativität und lockt mit Konzerten und Kulturfesten viele Besucher an.

Als weiteres Projekt stellte Rainer Roth das Mehrgenerationen-Wohnhaus des Iglu e. V. aus Grafrath vor. In Planung ist ein Haus in ökologischer Bauweise, das Platz für 10 bis 15 Familien bieten soll. das Besondere dabei ist, dass auch Interessierte ohne eigenes Kapital die Möglichkeit zum Mitmachen erhalten sollen. Die Finanzierung will der Verein über ein Kapitalanlagekonzept realisieren.

Die Vorträge des Abends zeigten, dass alternative Wohnprojekte bei solider Planung gut funktionieren und allen Beteiligten eine hohe Lebensqualität bieten. Dionys Zehentbauer vom Sozialforum Amper nutzte die Begeisterung der Zuhörer, um noch am gleichen Abend eine Interessentengruppe für ein Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck zu gründen. Damit die Projektidee weiter verfolgt werden kann, hat Anette Koller, Koordinatorin des LiB-Generationenhauses, weitere Treffen vorgeschlagen und dafür die Räume des Bürgerzentrums angeboten. Insgesamt 14 Besucher trugen sich spontan in die Projektliste ein. Ein erstes Treffen dieser Gruppe soll noch Ende Juli stattfinden. Danach will man in die konkrete Planung gehen sowie im Herbst nochmals eine öffentliche Informationsveranstaltung anbieten. Wer an dem Wohnprojekt interessiert ist, kann sich noch in die Liste aufnehmen lassen und wird zu den Treffen eingeladen. Informationen erteilen auch die Ansprechpartner des LETS Tauschrings Fürstenfeldbruck, die den Abend mit gestaltet haben.

Ansprechpartner:
LiB-Leben ist Begegnung, Mehrgenerationenhaus
Annette Koller, Koordinatorin
Am Sulzbogen 56, 82256 Fürstenfeldbruck
Mo. und Do.: 10:00 – 12:00 Uhr • Di: 15:00 – 17:00 Uhr
Tel: 08141- 3166-15 • Fax: 08141- 3166-18
www.nbh-fuerstenfeldbruck.de

Sozialforum Amper
Dionys Zehentbauer, Landsberied
Tel. 08141-17829
www.sozialforumamper.de

LETS Tauschring Fürstenfeldbruck
Ute Kuhlmann
Geisenhofen 11, 82281 Egenhofen
Tel. 08145/809 173
www.lets-ffb.de

16. Juni 2011
Gemeinsam statt einsam
Alternative Wohnformen für Jung und Alt in Fürstenfeldbruck? Gemeinsam statt einsam
Veranstaltung im LiB-Mehrgenerationenhaus
Am Sulzbogen 56, FFB-Buchenau

Mittwoch, 29. Juni 2011, 19.00 Uhr
Kurzvortrag von Heike Skok, Verein Urbanes Wohnen, München
Erfahrungsbericht von Karl Giggenbach aus dem erfolgreichen Wohnprojekt Schloss Blumenthal bei Aichach
Fragen und Diskussion

Wie wollen wir wohnen – wenn wir jung sind, wenn wir alt sind, wenn uns Gemeinschaft wichtig ist?
Diese Frage beschäftigt immer mehr Menschen. An vielen Orten bilden sich bereits alternative Wohnprojekte, in denen Menschen in gegenseitiger Wertschätzung und Toleranz zusammen leben. Sie genießen die Gemeinschaft und haben gleichzeitig genug Raum für den persönlichen Rückzug. Die Verbindung von lebendigem Zusammensein und individuellem Freiraum sorgt dafür, dass die Bewohner sich wohl fühlen.
Und es gibt noch andere Vorteile: So führen intelligente Planungen von Gemeinschafts-Wohnprojekten dazu, dass Kosten und Energie gespart werden. Die Förderung von Eigenverantwortung und gegenseitiger Unterstützung entlastet das Sozialsystem. Und nicht zuletzt bereichern die zum Teil öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen auch das kulturelle Leben der Nachbarschaft.
Gemeinschaftliche Wohnprojekte sorgen für lebendige Kommunikation und Austausch. So wirken sie dem Trend zur Vereinsamung wirkungsvoll entgegen. Sie sind geeignet für ältere und junge Menschen, für Alleinlebende, für Paare oder Familien mit Kindern.
Wir wollen diskutieren, welche Möglichkeiten für ein solches Projekt in Fürstenfeldbruck bestehen.

Veranstalter:
LiB - Leben ist Begegnung, Mehrgenerationenhaus
Sozialforum Amper
Lets-Tauschring fürstenfeldbruck

Mahnwachen gehen weiter
Sogar am Pfingstmontag waren zur Mahnwache in Fürstenfeldbruck wieder etwa 25 interessierte Menschen gekommen, um gegen die Atomkraft zu protestieren.
Nachdem nun das von der Regierung eingesetzte Moratorium beendet ist, wird der Ausstieg noch lange dauern. Aber viele Menschen sind mit dem Ergebnis des Ausstieges nicht einverstanden – es müßte sehr viel früher abgeschaltet werden.
Wir haben nun mit den Menschen, die sich zur Mahnwache regelmäßig treffen, beschlossen, dass wir weiterhin jeden Montagabend kommen, um für den Ausstieg zu demonstrieren. Aber wir werden noch andere Themen aufgreifen, die vielen von uns am Herzen liegen. Sei es die schwindende Demokratie in unserem Land, die Macht der Banken, die Umverteilung der Vermögen von unten nach oben, die Benachteiligung der kleinen Betriebe gegenüber den Konzernen (z. B. bei Windkraftanlagen), unser Bildungssystem – diese Liste könnten wir noch weiter fortführen. Es wird an Themen nicht mangeln. Weiterhin wollen wir das offene Mikrophon beibehalten, damit auch jeder seine Meinung aussprechen kann.
Also bis nächsten Montag um 18.30 Uhr, am Hauptplatz in Fürstenfeldbruck.


Resolution zum Atomausstieg
Bei der 11. Mahnwache in Fürstenfeldbruck wurde die nachfolgende Resolution
verlesen mit der Bitte, dass sich daran möglichst viele Organisationen
beteiligen.

Alle Atomkraftwerke sofort und endgültig abschalten
Die Ethikkommission der Bundesregierung schlägt nicht den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie vor, sondern lässt viele Aus- und Umwege für die Atomkonzerne offen:
* Die 8 abgeschalteten AKWs sollen als „Kaltreserve“ beibehalten werden
* Die endgültigen Abschalttermine macht sie abhängig von der „energiewirtschaftlichenEntwicklung“ und“ in der Reihenfolge ihres verbleibenden Risikos“

Wegen der zu hohen Risiken und der Ansammlung von Radioaktivität seit über 65 Jahren durch:
* die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki mit 100.000en Todesopfern,
* die vielen Atomunfällen und –katastrophen seit 1956 (über 30),
* die Atomtests unter und über der Erde (weit über 2000),
akzeptieren wir das nicht.

Die Energiewende in Deutschland könnte schon lang verwirklicht sein.
Noch vor 12 Jahren waren 3 der 4 großen Stromkonzerne – E.on, RWE und EnBW staatlich.
Als privatisierte Konzerne haben sie ungeheure Profite gemacht.
Beispiel E.on in den letzten 10 Jahren ca. 50 000 000 000 (50 Milliarden). Dieses Geld ist nicht in erneuerbare Energien, sondern in die Taschen der Aktionäre geflossen. Wären sie noch staatlich, könnten wir jetzt diese Profite für die Umstellung auf erneuerbare Energien verwenden.

Vattenfall, E.on, EnBW, RWE diktieren ihre Bedingungen
für die Energieversorgung in Deutschland und blockieren die Energiewende mit der
Durchsetzung von Laufzeitverlängerungen für ungeheure Superprofite.
So wie Wasser und Luft, öffentliche Verkehrsmittel und Post usw. kein Privatbesitz sein dürfen, muß auch die Energieproduktion öffentliches Eigentum bei demokratischer Kontrolle werden.

Aus diesen Gründen hier unsere Forderungen für eine Energiewende :
1. Atomkraftwerke sofort abschalten
2. als Überbrückung nicht mit alten Atomkraftwerken, auch nicht mit neueren, sondern z.B. mit Gas-Kraftwerken und Block-Heizkraftwerken; kein Import von Atomstrom
3. Umstellung auf die erneuerbaren Energien nicht in den Händen der großen kapitalistischen
Energiekonzerne, sondern der Verbraucher, der Regionen und Kommunen, deshalb
4. mehr Förderung für dezentrale regenerative Energiekonzepte
5. Finanzierung durch Gewinne der großen Energiekonzerne, höhere Preise für Großverbraucher.
6. mehr Förderung für Energieeinsparungsmaßnahmen
7. Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel, Verlagerung des Gütertransportes auf die Schiene
8. Überführung bzw. Rückführung der großen Energiekonzerne in öffentliches Eigentum beidemokratischer Kontrolle
Warten wir nicht bis zur nächsten Atomkatastrophe!
Sozialforum Amper, Mai 2011, Hiltraut Wurm

10. Mai 2011
Beharrliche Mahnwachen
Immerhin hatten wir nun bereits die achte Mahnwache in Fürstenfeldbruck vor der Sparkasse. Und wir sind überrascht, dass immer noch so viele Menschen mitmachen. Natürlich könnten es auch noch mehr sein, aber gestern waren wir etwa 40.
Immer mehr trauen sich nun auch in das Mikrophon zu sprechen – Beiträge über Fukushima, Windkraft, Tschernobil und über unsere schwindende Demokratie. Es wurde dabei berichtet, dass Windkraft-Offshore-Anlagen, die von den großen Energieversorgern betrieben werden, eine höhere Einspeisevergütung erhalten, als Winkraftanlagen im Land. Dabei sollten doch die Bürger vor Ort und die Kommunen solche Anlagen als Bürgeranlagen betreiben. Dann wären auch die geforderten zusätzlichen Überlandleitungen nicht notwendig.
Wir werden weiterhin am Montag zur Mahnwache an der Hauptstraße stehen.
Anschließend einige Fotos von den letzten Mahnwachen.


Weiterhin Mahnwachen
Gestern fand nun in Fürstenfeldbruck die vierte Mahnwache statt. Wir hatten anfangs nicht geglaubt, dass wir so viele Brucker Bürger mobilisieren können. Dies ist ein großer Erfolg.
Inzwischen haben sich auch noch einige Unterstützer eingetragen, es sind dies:
Sozialforum Amper
Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband FFB
UBV Unabhängige Bürgervereinigungen im Landkreis
BBV Brucker Bürgervereinigung
Partei Die Linke FFB
Mütter gegen Atomkraft
Trommelkreis „s’Donnerwetter“, Gernlinden
LETS Tauschring

Wir hoffen, dass noch weitere dazukommen.
Bis auf Weiteres werden wir diese Mahnwache durchführen, auch am Ostermontag – und es wird weiterhin ein Mikrophon zur Verfügung stehen, in das Jeder einen Beitrag leisten kann.

25. März 2011
Montags-Mahnwachen für Atomausstieg
Ein breites Brucker Bündnis von Organisationen, Parteien
und Einzelpersonen ruft auf zu Montags-Mahnwachen für Atom-
ausstieg und Energiewende

Jeden Montag
18.30 bis 19 Uhr
Fürstenfeldbruck
Hauptstraße beim alten Rathaus vor der Sparkasse

Am vergangenen Montag waren es fast ebenso viele wie am
Samstag zuvor, die sich zur Mahnwache für den Atomausstieg
auf dem Platz vor dem alten Rathaus in Fürstenfeldbruck
trafen. Die Trommelgruppe Donnerwetter begleitete mit laut-
leisen Tönen, Fackeln und Kerzen stimmten auf die Situation
ein. Nach einer Gedenkminute für die Opfer der Natur- und
menschengemachten Katastrophe nahm eine Reihe von Teilnehmern
die Möglichkeit wahr, am offenen Mikrofon ein paar Worte der
Mahnung, der Kritik und der Verantwortung an die Versammlung
zu richten.
Der Vorschlag, regelmäßige Mahnwachen durchzuführen, solange
bis die alten Atommeiler endgültig vom Netz sind und der
Umstieg auf erneuerbare Energiequellen beschleunigt wird,
wurde gerne angenommen.
Die nächste Mahnwache ist am Montag, den 28.3.
wieder ab 18 Uhr 30 (ab jetzt Sommerzeit)
vor der Sparkasse.


Bilder von der Hiroshima und Nagasaki - Gedenkveranstaltung in Fürstenfeldbruck
am Freitag, 5. August 2011


Protest gegen die neonazistische Großveranstaltung in Fürstenfeldbruck am Sonntag, 28. Januar 2007
Unter dem Titel „9. politisches Neujahrstreffen“ hatte die „Deutsche Partei“ und die „Bürgerbewegung Pro München“ am Sonntag, den 28. Januar 2007 zwischen 11 und 17 Uhr, eine Saalveranstaltung im Hotel Gasthof „Hasenheide“, Hasenheide 1, Fürstenfeldbruck veranstaltet.
Der Anlass: Zwei Dutzend Münchner Neonazis haben sich zur “Bürgerbewegung Pro München – patriotisch und sozial” zusammengeschlossen. Unter diesem Namen planen sie auch, zur Kommunalwahl 2008 anzutreten.
Mit Norman Bordin (Aktionsbüro Süddeutschland), Thomas Wittke (Kameradschaft München), Roland Wuttke (Bezirksvorsitzender NPD Oberbayern), Wolfgang Bukow (Ex-REP nun Deutsche Partei-Kreisrat in Fürstenfeldbruck), Rüdiger Schrembs (Deutsche Liga für Volk und Heimat, NPD-Bundestagskandidat 2005) und Renate Werlberger (NPD-Bundestagskandidatin 2005) gehören zum Kreis der neuen „Bürgerbewegung“ zahlreiche bekannte Münchner Neonazi-AktivistInnen.
Das Sozialforum Amper rief auf, sich der von Münchner Antifaschisten angemeldeten friedlichen Gegenkundgebung teilzunehmen:
Die Nazi-Propaganda stoppen ! Fürstenfeldbruck faschistenfrei halten !
Neonazis planen, mit einem Tarnverein zur Kommunal- und Landtagswahlwahl 2008 anzutreten. Im Anwachsen rechtsradikaler Bestrebungen, sich bundesweit in die Parlamente wählen zu lassen, sehen wir eine Gefahr für unsere Gesellschaft. Noch sind Nazis eine Minderheit im Land. Mit perfiden Verschleierungstaktiken versuchen sie die Menschen über ihre wahren Ziele in die Irre zu führen: Die NPD konzentriert sich nach den Erfolgen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern jetzt auf Bayern. Zwei Dutzend Münchner Neonazis haben sich zur “Bürgerbewegung Pro München – patriotisch und sozial” zusammengeschlossen. Im Herbst 2008 will sie bei der Landtagswahl ins “Maximilianeum” einziehen und versucht, sich “bürgernah” zu geben: Sie hat eine “nationale Bewerbungshilfe Oberpfalz” eingerichtet und dient sich mit einem “Kinderbasar” (Roding), “Umweltschutztag” (Bayreuth) und “Bayerntag” (Regensburg) den Familien an, sie widmet sich den Themen “Genfood” und “Globalisierung”. NPD-Kreisverbände arbeiten gegen Moscheebauten und versuchen, im Widerstand gegen den Ausbau des Münchner Flughafens Fuß zu fassen. Jugendliche werden mit der eigenen Version einer “Schulhof-CD” (“Rebellion im Klassenzimmer”) angelockt und verführt. Die NPD-Aktivitäten nehmen in Bayern rapide zu. Der Name “Bürgerbewegung Pro München” orientiert sich zum einen am Konzept des Neonazi-Aktivisten Roland Wuttke (Mering, München), unter scheinbar “neutralem” bzw. “harmlosem” Namen in die Öffentlichkeit zu treten. Mit dem gemeinsamen Auftreten der „Deutschen Partei“ sollen enttäuschte Republikaner geködert werden.Die wahren Ziele dieser Feinde von Freiheit und Demokratie kennen wir von ihren Vorbildern vor und nach 1945.Wir rufen alle echten Demokraten, Antifaschisten, friedlichen und sozial denkenden Menschen aus allen Schichten, Gruppierungen und Parteien auf, sich dieser Verschleierungs-Strategie entgegenzustellen.

Aufgrund des untenstehenden Nazi-Treffens in Bruck veranstalteten wir am
Mittwoch, 9. Mai, um 19 Uhr 30, im Olchinger KOM, Kulturzentrum Olching, Hauptstraße 18
eine Veranstaltung unter dem Titel

Die neuen Strategien der Rechtsradikalen
Jetzt demokratischen Widerstand organisieren

Im Jahr 2008 stehen in Bayern Kommunal- und Landtagswahlen an. Robert Andreasch erläutert die Strategien der NPD und anderer neonazistischen Gruppen für den bayerischen “Kampf um die Parlamente”. Er gibt Einblick in Themen, Politik und Strukturen süddeutscher Neonazis.
Robert Andreasch, Sozialwissenschaftler und Journalist, ist ständiger Autor der Fachzeitschriften “Blick nach rechts”, “der rechte Rand” und “Antifaschistisches Infoblatt” und recherchiert für zahlreiche bekannte TV- bzw. Radiomagazine und Printmedien im In- und Ausland über militante Neonazis in Bayern und Baden-Württemberg.
Mit perfiden Verschleierungstaktiken versuchen die Rechtsextremen und Faschisten neuerdings die Menschen über ihre wahren Ziele in die Irre zu führen: Die NPD konzentriert sich nach ihren Erfolgen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern jetzt auf Bayern und plant, mit dem Tarnverein “Pro München” zur Kommunal- und Landtagswahlwahl 2008 anzutreten.
Im Anwachsen rechtsradikaler Bestrebungen, sich bundesweit in die Parlamente wählen zu lassen, sehen wir eine Gefahr für unsere Gesellschaft. Im Januar 2007 wurden bundesweit 909 rechtsextreme Straftaten registriert, darunter 58 Gewalttaten. In Deutschland starben seit der Wiedervereinigung über 136 Menschen durch rechtsextreme Gewalt. Die wahren Ziele dieser Feinde von Freiheit und Demokratie kennen wir von ihren Vorbildern vor und nach 1945. Faschismus ist keine Meinung, sondern eine unmenschliche und ausgrenzende Ideologie. Noch sind Nazis eine Minderheit im Land. Es ist an der Zeit, dieser Entwicklung durch gemeinsam organisierten Widerstand entgegenzutreten.

www.Netz-gegen-Nazis.de
Auf dieser neuen Webseite finden Sie alles, was Sie über Rechtsextremismus wissen müssen, täglich mehrmals aktualisiert. Helfen Sie, die zwölf wichtigsten Fragen im Umgang mit Neonazis zu beantworten. Und diskutieren Sie mit anderen Nutzern über Ihre Erfahrungen.


Das Schicksal der Gröbenzeller jüdischer Herkunft
in den Jahren 1933 – 1945

Kurt Lehnstaedt, Gröbenzeller Bürger, widmete sich in jahrelanger Recherche dem Thema “Juden in Gröbenzell”. Über seinen Vortrag berichtete der “Kreis-Bote”:
“In mehr als dreijähriger Forschungsarbeit spürte Dr. Kurt Lehnstaedt das Schicksal von vier jüdischen Familien aus Gröbenzell während der Nazizeit auf und referierte darüber im Bügerhaus.
Allzu oft führte die NS-Verfolgung bis zum verbrecherischen Mord völlig unschuldiger Gröbenzeller Mitbürger. Wer überlebte, dessen Leben wurde weit über die Zeit der NS-Diktatur hinaus von den Verfolgungen und Diffamierungen negativ bestimmt.
Lehnstaedts Arbeit, die als ausführliche Recherche vorliegt, auch mit dokumentarischen Fotos unterlegt ist, verdient höchste Anerkennung und Aufmerksamkeit. Sie ist ein Beleg dafür, dass die Naziverbrechen nicht nur irgendwo in Deutschland, sondern überall, selbst in kleinen, scheinbar friedlichen Gemeinden stattfanden.
In Gröbenzell wurde nach der Information Lehnstaedts 1929 eine Ortsgruppe der NSDAP gegründet, zum ersten Mal im Brucker Bezirk nach der Wiederzulassung der Partei. Hier habe die Partei bis 1932 bei den sechs Wahlen ihre besten Ergebnisse im ganzen Brucker Bezirk erzielt.
Judenfeindschaft war in Europa seit dem Mittelalter weit verbreitet …”

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Links, die das Nachdenken über Demokratie-Entwicklung fördern können:

www.medienmodul.de
Redaktionsforum für Politik, Direkte Demokratie und Verbraucherschutz
www.compact.de
Demokratie in Aktion
www.demokratie24.de
Portal für interaktive Demokratie
www.whistleblower-netzwerk.de
Zivilcourage entwickeln, Missstände aufdecken

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In der an Dachau angrenzenden Gemeinde Hebertshausen befindet sich ein Schießplatz, der für die SS dort eingerichtet worden war. Vermutlich 1937 wurde eine Anlage mit zwei kurzen Schießbahnen zwischen drei Wällen errichtet. Abgeschlossen sind die Schießbahnen mit einem als Kugelfang dienenden Bunker. Daneben befindet sich eine Reihe von weiteren fünf langen Schießbahnen, die am Ende mit einem geschätzten Laufgang miteinander verbunden sind.
Etwa 4.000 gefangene Soldaten der sowjetischen Armee wurden dort in den Jahren 1941 bis 1945 exekutiert. Diese Morde waren ein klarer Verstoß gegen die rechtlichen Bestimmungen der Genfer Kriegsgefangenenkonvention. Die SS verwendete den zynischen Begriff “Sonderbehandlung” für diese verbrecherischen Hinrichtungen. Die ersten Erschießungen von sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem Schießplatz in Hebertshausen fanden Anfang September 1941 statt.
Die zur Exekution nach Dachau gebrachten Gefangenen wurden nicht in der Kartei des Konzentrationslagers erfasst. In mühseliger Auswertung der Listen und Statistiken der Gefangenenlager Hammelburg in der Rhön, Nürnberg-Langwasser und Moosburg an der Isar wird heute versucht, die Namen zu vervollständigen.
Auf dem insgesamt 85.000 qm großen Gelände des Schießplatzes steht außerdem das ehemalige SS-Wachhaus, das heute von der Stadt Dachau zur Unterbringung von Obdachlosen dient.

www.kz-gedenkstaette-dachau.de/german/frame/geschichte.htm
www.gedenkstaettenpaedagogik-bayern.de/schiessplatz.htm

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Expertengespräche im Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Sozialforum beklagt zunehmende Armut
Brucker Initiative will die Bürger für das Thema sensibilisieren und gründet neue Projektgruppe
Bericht von Dominik Weiß

Fürstenfeldbruck ■ Die Initiative „Sozialforum Amper” will das Thema Armut stärker ins Be-wusstsein der Bevölkerung rücken. Dazu soll auch die neu gegründete Projektgruppe „Armut: Fakten-Ursachen-Auswege” beitragen. Nach Angaben der Organisatoren wird das Gremium, neben interessierten Einzelpersonen, auch sämtlichen Verbänden, die mit der Armutsproblematik be-fasst sind, offen stehen.
Auch einer besseren Vernetzung dieser Organisationen soll die Projektgruppe dienen, hieß es bei Diskussionsveranstaltung des Brucker Sozialforums am vergangenen Samstag in Fürstenfeld. Das wichtigste Ziel ist laut Forums-Mitarbeiterin Monika Glem-nitz-Markus aber, „dass die Gesellschaft auf das Thema Armut aufmerksam wird.”
Zumindest im Bewusstsein der Jugendlichen scheint die Problematik bereits eine zunehmend größere Rolle zu spielen. So zitierte Sozialwissenschaftler Karl Kortmann in seinem Vortrag unter anderem die aktuelle „Shell Jugendstudie”. Demnach haben derzeit 6 6 Prozent der Deutschen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren Angst vor Armut; 2002 waren es lediglich 62 Prozent. Außerdem bekannten 69 Prozent der Jugendlichen, und damit 14 Prozent mehr als vor vier Jahren, dass sie Angst vor Arbeitslosigkeit hätten. Ein tatsächlicher Anstieg der Armut seit 2002 kann laut Kortmann jedoch nicht nachgewiesen werden.
„Es fehlt eine entsprechende Datengrundlage, die alle potentiellen Gründe für Armut beinhaltet”, betonte der Wissenschaftler von TNS Infratest München. Eine derart aufwändige Untersuchung sei vor allem eine Kostenfrage.
Als „schockierend” bezeichnete Kortmann insbesondere, dass im Mai dieses Jahres deutschlandweit 15,9 Prozent der Kinder unter 15 Jahren in „Arbeitslosen-geld-II-Bedarfsgemeinschaften” lebten. Dabei liege der Wert für den Brucker Landkreis mit 6,2 Prozent deutlich unter dem bayernweiten Schnitt von 8,2 Prozent. Generell zog Kortmann vor etwa 60 Zuhörern das Fazit, dass die Situation in Fürstenfeldbruck, soweit die entsprechenden Daten vorliegen, günstiger sei als im bayerischen Durchschnitt.
Diese Einschätzung teilte SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner, die als Vertreterin der Arbeiterwohlfahrt an der Diskussion teilnahm: „Wir stehen in Fürstenfeldbruck gut da, aber auch hier gibt es Armut.” Wirtschaftswissenschaftler Bernd Bücking mahnte dagegen eine veränderte Haltung gegenüber den Parteien an: Diese vertreten nach seiner Einschätzung lediglich die Meinung der ökonomischen Elite. „Die Bevölkerung muss klarstellen: Da machen wir nicht mit.”
Ein erstes Treffen der neuen Projektgruppe ist für Samstag, 20. Januar 2007, geplant.

Fürstenfeldbrucker SZ, 4.12.06 – mit freundlicher Genehmigung

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Sozialforum Amper und andere Wohlfahrtsverbände luden Dr. Klaus Kortmann von der Sozialforschung TNS-Infratest ein
Keine Armut im Landkreis?
Zwiespältiges Resumee bei der Veranstaltung des Sozialforum Amper
Bericht von Günter Schäftlein

Fürstenfeldbruck – 650 (Lebensmittel-)Tafeln in Deutschland, davon vier auch im Landkreis FFB, 30 Sozialkaufhäuser und 1100 Schuldnerberatungsstellen sprechen für eine wachsende “neue Armut”. Statistiker der Sozialforschung relativieren diese unrühmliche Feststellung mit einer beschönigenden “relativen Armut”. Bayerns Regierung sehe sogar das Image des Freistaats durch eine derartige Aussage beschädigt.
Das ‚Sozialforum Amper’ versuchte mit den Abgesandten hiesiger Wohlfahrtsverbände und anderer Gruppierungen im Veranstaltungsforum Fürstenfeld eine Antwort zu finden, moderiert von Philipp Schuller vom Kreisjugendring. Dr. Klaus Kortmann von der Sozialforschung TNS-Infratest versuchte hierzu einleitend die nüchternen, statistischen Fakten vorzustellen, sofern sie überhaupt vorhanden und noch aussagefähig sind.
Bernd Bücking vom isw-Institut für sozialökologische Wirtschaftsforschung München übernahm den emotional-sozialen Gegenaspekt: Das Menschenbild im heutigen Deutschland. Angesichts von über 767.000 Millionären/Milliardären, das sind knapp 1 Prozent der Bevölkerung, mit einem Anteil von 60 Prozent am vorhandenen Geldvermögen, verbiete sich die von Ministerpräsidenten und anderen geübte Beschimpfung der 99%igen Restbevölkerung als “Neidhammel” und auch das zu oft geäußerte politische “Gesülze” vom Wohlstand für alle.
Schon der industriefreundliche Sozi-Kanzler Gerhard Schröder (“Gasprom läßt grüßen!”) habe mit seinem steuerlichen Einknicken vor den Industriebossen bewiesen, dass die Politik in Deutschland in erster Linie die Interessen der ökonomischen Elite zu vertreten habe. Die von deren Bossen dennoch permanent bejammerte Höhe der Unternehmenssteuern wäre eine Farce (“Das sind Großbetriebe mit kreativen Buchhaltungen!”). Die Spannweite läge dort zwischen 14 und 20 Prozent und damit am unteren Rand unter den 15 alten EU-Ländern mit Steuersätzen um die 25 bis 30 Prozent.
Würden die Großunternehmen reell besteuert, bräuchte sich keiner ständig für das aufgelaufene Staatsdefizit in Brüssel entschuldigen.
Und – das ganz persönlich – hätte ein Klaus Esser aus dem Mannesmann-Vodafone-Deal von seinen selbstbehaltenen 30 Millionen Abfindung für den notleidenden Niger in Westafrika einige Millionen gespendet, wären dort noch hunderttausend verhungerte Kinder am Leben. Und: Deutschland, der Exportweltmeister vergangener Jahre, hätte auch 2006 noch 114 Milliarden Exportüberschuß vorzuweisen: Wessen Verdienst? Nur der Manager? Oder auch der Arbeiter, Angestellten und des Mittelstandes? Schließlich: Das preisbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) wuchs in zehn Jahren seit 1996 um 16 Prozent! Wo wäre das angekommen, außer bei Banken und Investmentgruppen? Bei den Rentnern nicht, denn die hätten alleine aus der Inflationsrate und dem Rentenstillstand der letzten vier Jahre inzwischen eine Monatsrente weniger. Aber auch nicht bei den Arbeitern, den Angestellten, den Beamten und dem Mittelstand. Dr. Klaus Kortmann stellte einige Presseschlagzeilen seinen statistischen Fakten voran: “Armut in München – ein trauriger Rekord”, “Schuldnerberatung boomt”, “Landesbischof nennt Kinderarmut einen Skandal”. Die TNS-Infratest-Charts zeigten zu den aktuellen Ängsten der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren: “Angst vor Arbeitslosigkeit” = 69% (2002 = 55%), “Angst vor Armut” = 66% (2002 = 62%). Der Anteil von Personen in ALG II-Bedarfsgemeinschaften an der Gesamtbevölkerung betrug im Mai 2006 in Deutschland 7.439 Millionen (= 11,1%), in Bayern 582.000 (= 5,7%), in Oberbayern 163.000 (= 4,7%) und im Landkreis FFB 6.484 (= 3,2%). Davon Kinder/Jugendliche unter 15 Jahre in Deutschland 1.894 Millionen (= 15,9%), in Bayern 157.000 (= 8,2%), in Oberbayern 44.000 (= 6,9%) und im Landkreis FFB 1.893 (= 6,2%).
Im Landkreis FFB stieg die Zahl der ALG II-Bezieher in Bedarfsgemeinschaften ab September 2005 von 5.405 bis zum Juli 2006 auf 6.428 (plus 18,9%); im gleichen Zeitraum die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern bis 15 Jahre von 1.465 auf 1.873 (= plus 27.8%). Die privaten Insolvenzen betrugen bundesweit in 2000 = 10.500, in 2004 = 49.100, in 2006 = 89.700. Über- schuldete Haushalte waren 1999 = 2,77 Millionen, 2002 = 3.13 Millionen. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Schuldenfrei sind nach SCHUFA/2006 in Deutschland = 92,5%, in Bayern = 94,3%, im Landkreis FFB = 95,1%. Zahlungsstörungen weisen auf: In Deutschland = 3,3%, in Bayern = 2,6%, im Landkreis FFB = 2,4%.
Auf dem Bildungssektor, speziell bei “Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluß im Schuljahr 2004/05″, ergibt sich statistisch folgendes Bild: Anteil deutscher Abgänger in Bayern = 6,8%, im Landkreis FFB = 3,6%; Anteil ausländischer Abgänger in Bayern = 21,6%, im Landkreis FFB = 14,5%.
Ein sehr hoher Anteil von Kindern unter 15 Jahren lebt in Armuts-Haushalten
Schlussfolgerungen TNS-Infratest: 1) Die Entwicklung der Einkommensarmut seit 2002 läßt sich nicht eindeutig messen. 2) Ein sehr hoher Anteil von Kindern unter 15 Jahren lebt in Armuts-Haushalten. 3) Die Situation in Bayern ist besser als im Bundesdurchschnitt. 4) Die Situation im Landkreis Fürstenfeldbruck ist besser als im Durchschnitt Bayerns.5) Die Arbeitslosenquote in Deutschland wird 2006 erstmals bei den Frauen höher ausfallen als bei den Männern.

Globale Entwicklungen
Die besondere Berücksichtigung der Landkreisprobleme – wie von Philipp Schuller angemahnt – ließ sich nicht durchhalten: Globale, nationale und landespolitische Entwicklungen schaffen Fakten, “Die Entscheidungen fallen anderswo!”. Bemängelt wurde im Nahbereich, dass Germering Sozialwohnungen verkauft, “aus Steuergeldern!” Kinder aus Armutsfamilien würden ausgegrenzt: Kein Kinobesuch, Schwimmbad, Sportverein!

Lehrer-Ehepaar hilft – Für ‚networking’
Den Initiatiavorschlag “Alle Hauptschüler im Landkreis müssen einen Abschluß machen!” begrüßte Max Keil für die FFB-Berufsschule: “Wir haben 200 Schüler ohne Schulabschluß.” Ein Lehrer-Ehepaar in Grafrath betreute unentgeltlich 10 Hauptschüler ohne Abschluß – und brachte 9 durch und in einen Ausbildungsplatz.
Monika GIemnitz-Markus vom Sozialforum Amper plädierte nachdrücklich für ein fortgesetztes Netzwerk-Schaffen.

Kreis-Bote, 5.12.2006 – mit freundlicher Genehmigung

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Partizipative Demokratie – Bürgerbeteiligung – Bügerhaushalt in Porto Alegre
Können wir von Brasilien lernen?
Vortrag von Antonio Andrioli, Uni Osnabrück


Fürstenfeldbruck – Ausgerechnet eines der so genannten Schwellenländer macht vor, wie hoch entwickelte Demokratie der Politikverdrossenheit vorbeugen kann: In der brasilianischen 1,4-Millionen-Einwohner-Stadt Porto Alegre haben Bürger 16 Jahre lang direkt bestimmt, wie das Geld des kommunalen Haushaltes ausgegeben wird. Was zuerst Angelegenheit von 700 Städtern war, wurde zur Erfolgssache von 40.000. Antonio Andrioli, Sozialwissenschaftler und Brasilianer bayerisch-italienischer Abstammung, erklärte bei einer Veranstaltung des „Sozialforum Amper“, wie Basisdemokratie funktionieren kann, wenn man keine Angst davor hat.
Das Sozialforum wurde 2003 in der großen Kreisstadt als Initiative für gerechte Sozialordnung, Frieden und Ökologie gegründet. Es gehört zur globalen Bewegung des
Weltsozialforums, das 2001 in Porto Alegre gegründet wurde.
Die Stadt war zum Symbol für geglückte Direktdemokratie geworden: In den ersten zwölf Jahren des so genannten Beteiligungshaushaltes, den Brasiliens neue Verfassung von 1988 ermöglichte, war die Versorgung mit Trinkwasseranschlüssen von 80 auf 98 Prozent gestiegen. Gab es 1989 nur für 46 Prozent der Porto Alegrianer einen Abwasseranschluss, waren 1996 schon 96 Prozent ins Kanalisationssystem integriert. Zwischen 1989 und 1999 hatten sich die Schuleinschreibungen verdreifacht. Die Zahl der Elendsviertel war ständig gesunken. Die Stadt liegt heute an der Spitze der Kommunen mit der höchsten Lebensqualität.
In Porto Alegre war mit 20 Prozent des Haushaltsvolumens
der Teil öffentlicher Gelder zur Direktbestimmung freigegeben,
der für Investitionen zur Verfügung stand. Wahlberechtigte Bürger der einzelnen Stadtbezirke legten zu Jahresbeginn in Vorberatungen und Bezirksversammlungen Prioritäten für Ausgaben fest. Ein thematisch ausgerichtetes Fachforum überprüfte besonders komplexe Vorhaben. Auf einer Stadtversammlung im Juli, auf der Bezirksdelegierte jeweils zehn Bürger vertraten, wurden Prioritäten der Einzelbezirke „nach dem Prinzip der Solidarität“ abgeglichen. Ein operativer Rat, in dem zum ersten Mal auch Vertreter der Kommune auftauchten, erarbeitete einen Haushaltsentwurf aus und übergab ihn Ende September an den Stadtrat. Der hatte zwei Monate zur Absegnung Zeit. Nach einer Winterpause lief der Beratungsprozess von neuem an.
„Die Lust an Politik, die an tatsächlichen Bedürfnissen ausgerichtet ist, stieg von Jahr zu Jahr“, kommentierte Andrioli die erwähnte, rapid ansteigende Bürgerbeteiligung. Selbst auf Landesebene, auf der inzwischen nach gleichem Prinzip entschieden werde, ließ sich qualifizierte, politische Arbeit ausschließlich ehrenamtlich erledigen. „Auch der einfachste Bürger versteht nach ein paar Malen, wie ein Haushalt funktioniert. Er ist genauso kompetent wie ein Stadtrat.“ Nur ein einziges Mal während 16 Jahren habe der Stadtrat den Bürgerentwurf nicht genehmigt. Dabei sei es um
die im zweiten Anlauf durchgesetzte Kommunalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs gegangen.
Andrioli hält den Demokratieprozess in der brasilianischen Kommune für übertragbar: „Es handelt sich aber um kein Modell, sondern um eine Erfahrung“, machte der Wissenschaftler deutlich, dass es auf grundsätzliche Bereitschaft und nicht auf starres Kopieren ankommt.

Fürstenfeldbruck (fm)- Auch beim basisdemokratischen Beteiligungshaushalt der brasilianischen Millionenstadt Porto Alegere (siehe Artikel nebenan) lief nicht immer alles glatt.
Referent Antonio Andrioli nannte unter anderem Schwierigkeiten mit Planern der Stadtverwaltung, die sich in Arbeit und Einfluss beschnitten sahen. Bei den Delegierten der Bezirksversammlungen habe man später bestimmt, dass sie keiner anderen, organisierten Interessengruppe angehören dürften. „Auch dieser Weg wirklich repräsentativer Bürgerdemokratie muss immer wieder kritisch überprüft werden“, betonte Andrioli. Eines sei aber sicher: „ 40.000 Bürger sind nicht so leicht zu manipulieren wie zum Beispiel die kleine Gruppe bezahlter Stadträten.“ Nach den Erfahrungen in Porto Alegre müsse man sich fragen, ob es überhaupt nötig sei, Geld für ein solches Gremium auszugeben. Repräsentative Demokratien nach westlichen Muster müssten „entprivatisiert“ werden.

Bericht von Max Freisleder
(ungekürzte Fassung – mit freundlicher Genehmigung)
Montag, 19.6.2006 – Münchner Merkur/Fürstenfeldbrucker Tagblatt

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Pressespiegel zur Veranstaltung
am 2. Juli 2006:

Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse – Sind die Prinzipien heute noch gültig?
Referent: Friedbert Mühldorfer, Historiker (Landessprecher VVN/BDA Bayern)

“Keine Angriffskriege“
Vereinigung der Naziverfolgten und Antifaschisten diskutierten


Grafrath – Das “Sozialforum Amper”, eine “Initiative für gerechte Sozialordnung, Frieden und Ökologie” befasste sich mit der Frage, inwieweit sich die Rechtsprinzipien des internationalen Gerichtshofes von Nürnberg in der Welt durchgesetzt haben. Das Gericht der Alliierten verurteilte in den Jahren 1945 und 1946 die 23 Hauptkriegsverbrecher des Naziregimes mit wenigen Ausnahmen zum Tod.
Die wesentlichen Anklagepunkte waren Verbrechen gegen den Frieden beziehungsweise die Führung eines Angriffskrieges, Begehung von Kriegsverbrechen entgegen den Bestimmungen des damals geltenden Völkerrechtes und die Naziverbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Referent Friedbert Mühldorfer erklärte, damit habe man in Nürnberg gleichzeitig Eckpunkte für eine friedliche Weltordnung, vor allem aber das Prinzip eines generelles Verbotes von Angriffskriegen für die Zukunft geschaffen, das heute nicht mehr so richtig ernst genommen werde.
Mühldorfer, Lehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an einem Münchener Gymnasium und einer der Landessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Nationalsozialismus – Bund der Antifaschisten (WN/BDA), bedauerte, dass infolge des beginnenden Kalten Krieges zwischen Ost und West die Westalliierten ziemlich rasch nach 1946 mit der konsequenten Verfolgung weiterer Kriegsverbrecher aufhörten. Die USA hätten ihr Interesse an der Verfolgung von Nazis, ehemaligen Wehrmachtsvertretern und Wirtschaftsfachleuten des Dritten Reiches verloren, weil sie auf diese Leute im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion angewiesen waren. “Man verfolgt nicht die Menschen in einem Land, das der eigene Bündnispartner ist”, erklärte der Referent die damalige Haltung der USA.
Gleichzeitig sei ab etwa 1947 im besetzten Deutschland immer rascher die Zustimmung für die Aburteilung weiterer Kriegsverbrecher geschwunden: „Die Deutschen wollten einen Schlussstrich ziehen, sich vom Faschismus, den man bis Kriegsende mehr oder weniger unterstützt hatte, absetzen und sich nicht länger mit der Schuldfrage von Mitläufern beschäftigen”, fasste Mühldorfer die damalige Stimmung zusammen. So erkläre sich, dass nach dem großen Nürnberger Prozess von 1945/46 in einigen Folgeprozessen der Alliierten zwar noch etwa 500 Verurteilungen von Naziverbrechern stattgefunden hätten, aber von Seiten der Deutschen selbst keine weiteren Prozesse geführt wurden. Erst 1965, 1968 und 1978 habe man in einer breiten öffentlichen Diskussion durchsetzen können, dass Kriegsverbrechen nicht wie gewöhnlicher Mord der Verjährungsfrist unterliege. Aber bedauerlich sei, dass heute das Verbotsprinzip des Angriffskrieges, der zwangsläufig zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit führe, vergessen sei und nicht angewendet würde. Mühldorfer fragte im weiteren Verlauf des Referates nach, ob infolge des weltweit erklärten Krieges gegen den Terrorismus und der auch militärischen Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen als den Lebensgrundlagen für die Nationen der hochindustrialisierten Länder die Führung von Angriffskriegen nicht immer wahrscheinlicher werde. Diese würden unter dem Begriff der Verteidigung geführt. Als Beispiel dazu fiel in diesem Zusammenhang das Zitat des früheren Verteidigungsministers Scharping von der „Verteidigung der Freiheit am Hindukusch.“
In der Diskussion wurde auch die USA angegriffen, die den Terroranschlag vom September 2001 auf New York als militärischen Angriff auf das Land interpretiert und dies als Vorwand benutzt habe, Afghanistan anzugreifen und später den Irak, unter dem falschen Vorwand der Existenz von Massenvernichtungsmitteln. Für die Mitglieder des Sozialforums Amper stellte sich auch die Frage, warum denn die USA Atomwaffen haben dürfe, Teheran aber nicht. Im Übrigen würde es, so meinten einige, wohl gar keine Kriege geben, wenn es keine Waffen, Waffenproduzenten und keinen militärisch-industriellen Komplex gäbe. Die Diskussion mündete schließlich in dem bekannten Vorwurf von Iinks, die Kapitalisten in aller Welt würden die gerechte Verteilung der Güter wenn nötig mit Krieg verhindern. Dagegen helfe nur das generelle Verbot von Angriffskriegen.

BERICHT VON HERMANN EISENHARDT – mit freundlicher Genehmigung
„Kreisbote“ FFB 4. Juli 2006


Pressespiegel zur Veranstaltung
am 4. August 2006:

Gentechnik – Gefahr oder Chance? Erfahrungen aus Brasilien
Vortragsveranstaltung mit Antonio Inacio Andrioli – mit Powerpoint-Präsentation


Fürstenfeldbruck - Es geht um ein großes, ungerechtes und auch noch umweltschädigendes Geschäft und sonst nichts. So lautet das Fazit des Osnabrücker Sozialwissenschaftlers Ignacio Andrioli zum großflächigen Anbau gentechnisch veränderten Sojas in seinem Heimatland Brasilien. Der aus einer Kleinbauernfamilie stammende Wissenschaftler erklärte bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Bund Naturschutzes, des Sozialforum Amper und der Hilfsorganisation für brasilianische Kleinbauern Campo Limpo angebliche Anbauvorteile zur verlogenen Marketing-Strategie. Dafür präsentierte er eine Gefahrenliste und beschrieb soziale Nachteile.
Andrioli zufolge wirbt das Großunternehmen Monsanto, mit 80 Prozent Marktanteilen Führer unter den Produzenten gentechnisch veränderten Sojasaatguts, mit folgendem Gewinnprofil: Ertragssteigerung und Beseitigung des Welthungers in 30 Jahren, weniger Betriebskosten und wegfallender Pestizideinsatz. „Nichts davon stimmt“, bekräftigte jedoch Andrioli. Sogenannte wissenschaftliche Studien, die diese Behauptungen untermauerten, seien wesentlich von der Saatgutindustrie finanziert. Und: „Der Druck der Industrie auf Politiker, Gen-Soja zu zulassen, ist jetzt riesig. Gerade auch in der EU.“
Gen-Soja unterscheidet sich nach Andrioli einzig durch seine Resistenz gegen Unkrautvernichtungsmittel (Herbizidresistenz) und Insekten. Erfolgreicher Anbau wird an den Einsatz des Totalherbizids „Round up“ mit Wirkstoff Glyphosat gekoppelt. Größerer Ertrag beruhe in Wahrheit auf besser genutzter Anbaufläche wegen umfassend vernichteten Unkrauts und fehlender Pflanzenschäden durch Herbizidresistenz. „Die gentechnisch veränderte Sojapflanze selbst bringt nicht mehr Frucht als die herkömmliche“, stellte der Sozialwissenschaftler fest. Amerikanische Studien bewiesen sogar mehr Ertrag mit herkömmlichem Material. Zwar freuten sich Brasiliens Bauern, wenn zu Anbaubeginn mit rund 25 Prozent weniger Kosten bei der Unkrautbekämpfung Gesamtkosten um 20 Prozent sänken. Doch machten hohe Saatgutpreise und langsam wachsende Herbizidmengen diesen Gewinn wieder wett: „Studien haben ergeben, dass Betriebskosten sogar um 2,8 Prozent steigen“, sagte der Wissenschaftler.
Schließlich richte „Round Up“ erhebliche Schäden an. Andioli zählte Wurzelkrankheiten sowie mangelnde Stickstoffbindung und bakterielles Ungleichgewicht im Boden auf. „Die Böden sind nach wenigen Jahren ruiniert.“ Auch krebserzeugender Wirkung sei man auf der Spur.
Produzenten von Gen-Saatgut setzen laut Andrioli bei der Produktverbreitung bewusst auf natürliche Samenübertragung, aber auch auf Schmuggel. Seien in einem neuen Gebiet einmal Fakten geschaffen, würden als Beratung getarnte Werbekampagnen gestartet.
Brasilien setzt beim Abbau hoher Staatsschulden auf Devisen durch Gen-Soja. Für den Osnabrücker Wissenschaftler bittere Ironie, denn auf Kosten brasilianischer Lebensgrundlagen würden Gläubigerländer durch Kauf ihrer Saatgutprodukte und dem damit erwirtschafteten Gewinn doppelt entschädigt. Außerdem würden Kleinbauern zwecks Flächengewinn rücksichtslos enteignet.
Dass er neutrale Wissenschaft betreibe, wollte Andrioli offensichtlich auch mit der Bewertung des erst am Schluss erwähnten Risikos des Erbguteingriffs belegen. Man kenne hier keine Unfälle. Andrioli: „Jedenfalls zur Zeit nicht.“

Max Freisleder
(ungekürzte Fassung – mit freundlicher Genehmigung)
Freitag, 11.8.2006 – Münchner Merkur/Fürstenfeldbrucker Tagblatt


Von Brasilien lernen
Kritischer Vortrag in FFB: Gentechnisch veränderte Sojabohne weltweit nicht mehr zu verhinder
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Fürstenfeldbruck – Der junge Wissenschaftler nahm sich kein Blatt vorm Mund, nannte Ross und Reiter in der grünen Gentechnik, Bereich Soja. Sein Fazit: “Die gentechnisch veränderte Sojabohne ist weltweit nicht mehr zu verhindern.” Aber es ‘bleibe ein dauerhafter Hoffnungsschimmer gegen die Übermacht der Agrarkonzerne: “Weiter Druck von unten machen!”
Gemeinschaftlich haben sich das Grafrather Sozialforum Amper, der Bund Naturschutz von Fürstenfeldbruck/Emmering und Maisach sowie der Puchheimer Verein Campo Limpo (Solidarität mit Brasilien) bemüht um die Verwirklichung des Referats des brasilianischen Wissenschaftlers Antonio Inacio Andrioli im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Tenor: “Gentechnik – Gefahr oder Chance? Konkrete Erfahrungen aus Brasilien.” Das Sozialforum Ar11per hatte das Thema für den Referenten vorab aufbereitet: “Am Beispiel der Gensoja in Brasilien legt Referent Andrioli, Doktorand der Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück und Stipendiat des Evangelischen Entwicklungsdienstes anhand seiner Erfahrungen in Brasilien ökologische, agronomische und soziale Folgen von Gentechnik dar.”

Europa kann von Brasilien lernen
1994 habe der US-Chemie-Großkonzern Monsanto die Zulassung für den Anbau der “Roundup-Ready”-Sojabohne erhalten. Das Besondere an der kurz so genannten “RR”-Soja sei die Herbizidresistenz (Widerstandsfähigkeit gegen Unkrautbekämpfungsmittel); “ihr wurden Gene eingebaut, damit sie vom Totalherbizid Glyphosat, das alle Pflanzen vernichtet, nicht zerstört wird”. Argumente der Befürworter seien die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaft, die Erhöhung der Exporte Brasiliens und die Bekämpfung des Hungers. Den Bauern habe man drei Hauptargumente genannt. Erstens, herbizidtolerante Sojabohnen sollten den Ertrag steigern; zweitens, die Herbizidmengen würden reduziert und so die Betriebskosten vermindert; drittens, die Verringerung von Herbizidmengen reduziere die Umweltverseuchung und verbessere die Qualität des Lebensmitteis: Jedoch: “Die realen negativen Auswirkungen auf die Produktionsbedingungen der Bauern und das Leben der Menschen sind in Brasilien bereits heute abzusehen.” Aus diesen Erfahrungen könne, auch Europa lernen. Der Brasilianer Andrioli selbst bewegte sich in der für ihn fremden Sprache Deutsch leicht, locker – ohne Typoskript, wissenschaftlich exakt, ohne ökoIogisch motivierte Verbitterung: “Die großen Produzenten verdrängen in Brasilien die kleinen.”

Ziviler Ungehorsam
Andrioli stammt aus einer Kleinbauernfamilie. Er sei früher selbst “Giftverkäufer” gewesen, Herbizidanpreiser der chemischen Großindustrie. Er sprach in Bruck von inzwischen enttäuschten Hoffnungen auf neue gentechnisch veränderte Pflanzensorten und bessere Nahrungsmittel. Indessen: “Die Sojaproduktion siegt, AnbaufIächen werden ausgedehnt, die Umweltgefährdung nimmt zu – und der Hunger weltweit ebenfalls. In Brasilien hungern heute 40 Millonen von 180 Millionen Menschen.” Allein 15 Millionen Kleinbauern lebten unter der Armutsgrenze. Und moderne Agrarproduzenten kämen zudem fast ohne Arbeitskräfte aus. Monsanto habe bei PR-Kampagnen die Bauern für die Zwecke des Unternehmens eingespannt mit dem Hauptargument: Künftig beim Anbau der Ölpflanze (und auch als Kraftfutter für die Tiermast dienende) Soja kräfteschonend spritzen, statt kräftezehrend zu hacken. Darauf hätten viele Bauern positiv reagiert und demonstrativ ihre Hacken verbrannt. Mittlerweile aber verbreite sich Hunger – und Angst vor der Gentechnik. Andrioli, zusammenfassend: “RR-Soja bringt keine Verbesserung bei Ertrag. Herkömmliche Sorten sind sogar bis zu zehn Prozent ertragreicher.” Und wo die Betriebskosten sinken, müsse der Bauer beim patentierten Saatgut wieder draufzahlen.

Die Saat des Bösen
In der überaus regen Diskussion der knapp 50 Zuhörer wurden Stichworte hinterfragt wie Urheberrecht, Globalisierung, Trinkwasserschäden, veränderbares Konsumverhalten, Kontrolle von Sojaanteilen in Lebensmitteln, Undurchsichtigkeit im Angebot vom Supermarkt bis zum Ökoladen. Ratschlag aus der Diskussionsrunde: “Proben Sie zivilen Ungehorsam, entscheiden Sie beim täglichen Einkauf an den Regalen, kaufen Sie regionale Lebensmittel, also aus der nahen Umgebung.”
Und Antonio Andrioli wird demnächst zum Thema ein Buch veröffentlichen unter dem Titel “Die Saat des Bösen.” – Mehr Info zum Thema über E-Mail: sozialforumamper@gmx.de; Internet: www.sozialforumamper.de.vuMassenproduktion

Bericht von MICHAEL ANDRIES – „Kreisbote“ 14.8.2006 – mit freundlicher Genehmigung


KB-Interview mit Horst Kühnle, Vereinsvorstand vom Campo Limpo

Puchheim – Am 04. August veranstaltete das Sozialforum Amper mit BUND und Campo Limpo einen weiteren Infoabend zu den Gefahren der Gentechnik. Antonio Andrioli aus Brasilien gelang ein spannender Überblick über die Problematik bei Gensoja. Die Ergänzung zu den Verbrauchertagen der “Agenda 21″ im vergangenen Herbst in der Kreisstadt war perfekt. Über die Arbeit des Puchheimer Vereins Campo Limpo – “Solidarität mit Brasilien” – im gentechnischen Bereich sprach Michael Andries, freier Mitarbeiter des KREISBOTEN, mit Horst Kühnle vom Vorstand des Vereins.
Herr Kühnle, was haben Sie Neues lernen können beim Vortrag des Brasilien-Experten Andrioli im Veranstaltungsforum Fürstenfeld?
Horst Kühnle: Für uns, die wir fast täglich mit der Materie befasst sind, war es nicht wesentlich, direkt Neues zu erfahren. Viel wichtiger war die hervorragende Zusammenfassung der ganzen Soja-Problematik durch den Referenten.
Und was sagt Campo Limpo selbst zur grünen “Gentech”?
Horst Kühnle: Vorweg erinnern wir daran: “Brot für die Welt”, “Justitia et Pax”, “Misereor” und andere Hilfsorganisationen für die Dritte Welt haben im vergangenen Jahr Forderungen an die Bundesregierung zum Menschenrecht auf Nahrung vorgelegt. Gefordert wird in dem Papier Zugang zu produktiven Ressourcen, Stärkung lokaler Agrarmärkte, Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Land durch Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, auch in Brasilien als zentrale Anliegen zur Hungerbekämpfung in den südlichen Ländern.

Wie informiert Campo Limpo?
Horst Kühnle: Erst einmal durch einen Rundbrief, der an Vereinsmitglieder und Interessenten verschickt wird; sodann haben wir informiert auf den Verbrauchertagen der Brucker Agenda 21 im vergangenen Jahr. Und auf dem Umweltfest im vergangenen Jahr in Puchheim hat Campo Limpo ebenfalls die negativen Folgen der grünen Gentechnik am Beispiel Soja für seine kleinbäuerlichen Projekt-Partner in Brasilien aufgezeigt. Wir haben vieles von dem zur Sprache gebracht, was von Agrar-Chemieriesen wie ‘Monsanto verschwiegen wird.
Was wird in Brasiliens Landwirtschaft passieren, wenn es mit dem Anbau der herbizidresistenten „Roundup-Ready”-Sojabohne in dem rasanten Tempo weitergeht wie bisher?
Horst Kühnle: Gentechnik bedeutet Massenproduktion – hier von Soja – auf Großplantagen. Da haben Kleinbauern keinen Platz. Es geht nur ums Geschäft, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. Gentechnik ist ein Krieg gegen den freien Bauern, den freien Bürger und Verbraucher, gegen Umwelt und nachhaltige Landwirtschaft.

Und wie schaut es im sozialen Umfeld aus?
Horst Kühnle: Durch Gentechnik wird in Brasilien und anderen Ländern des Südens in aller Regel mehr Arbeitslosigkeit und Elend geschaffen. Wir lamentieren über Migrationsdruck und Billiglöhne, weil sich dort immer mehr Mitmenschen zu immer schlechteren Bedingungen um eine gleichbleibende Zahl von Arbeitsplätzen bewerben müssen.
Nimmt Campo Limpo auch am diesjährigen Puchheimer Umweltfest am 24. September teil?
Horst Kühnle: Ja, u.a. mit Infos zur Genrechnik.

Und was braucht der Solidaritätsverein am dringendsten für seine Arbeit?
Horst Kühnle: Wir suchen immer Menschen, die bei uns ehrenamtlich mitarbeiten wollen. Wir brauchen weitere Spenden, um die Arbeit unserer Partner zu intensivieren. Ihr Kampf für eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Gentechnik kommt letztlich auch uns Verbrauchern in Europa zugute. Das nenne ich globalen Widerstand gegen verantwortungsloses Wirtschaften.

Bericht von MICHAEL ANDRIES – „Kreisbote“ 14.8.2006 – mit freundlicher Genehmigung



Donnerstag, 15. November 2007, um 19 Uhr 30
Globalisierung und Krieg -
Das große Geschäft mit dem Krieg

Referent: Walter Listl, ISW
(Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung München e.V)
Nie wieder Krieg! Einsatz der Bundeswehr nur zur Landesverteidigung! Das waren bis 1990 feste Grundsätze der bundesdeutschen Außenpolitik. So steht es auch im Grundgesetz! Heute sind Soldaten der Bundeswehr in zahlreichen Ländern wie Afghanistan, dem Balkan, oder im Libanon im Kampfei Kampfeinsatz. Als Gründe werden immer die gleichen Argumente vorgebracht: Terrorbekämpfung, Aufbausicherung, humanitäre Absichtenusw.
In Wirklichkeit geht es um Ausdehnung und Sicherung von Einflusssphären, die Absicherung von Transportwegen und der rohstofflichen Versorgung im Interesse der Großkonzerne bzw. „Global Player“. Die Rüstungsindustrie boomt wie schon lange nicht mehr. Die Zusammenhänge zwischen der modernen Kriegsideologie und den handfesten wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wollen wir aufzeigen und diskutieren.
Veranstalter:
Sozialforum Amper sowie Nord-Süd-Forum Fürstenfeldbruck und CGW Christen für
gerechte Wirtschaftsordnung e.V.
Lokal Fenstergucker, Fürstenfeldbruck, Drachenweg 1c / Ecke Maisacher Str.


Expertengespräche im Veranstaltungsforum Fürstenfeld

Sozialforum beklagt zunehmende Armut
Brucker Initiative will die Bürger für das Thema sensibilisieren und gründet neue Projektgruppe
Von Dominik Weiß

Fürstenfeldbruck ■ Die Initiative „Sozialforum Amper" will das Thema Armut stärker ins Be-wusstsein der Bevölkerung rücken. Dazu soll auch die neu gegründete Projektgruppe „Armut: Fakten-Ursachen-Auswege" beitragen. Nach Angaben der Organisatoren wird das Gremium, neben interessierten Einzelpersonen, auch sämtlichen Verbänden, die mit der Armutsproblematik be-fasst sind, offen stehen.
Auch einer besseren Vernetzung dieser Organisationen soll die Projektgruppe dienen, hieß es bei Diskussionsveranstaltung des Brucker Sozialforums am vergangenen Samstag in Fürstenfeld. Das wichtigste Ziel ist laut Forums-Mitarbeiterin Monika Glem-nitz-Markus aber, „dass die Gesellschaft auf das Thema Armut aufmerksam wird."
Zumindest im Bewusstsein der Jugendlichen scheint die Problematik bereits eine zunehmend größere Rolle zu spielen. So zitierte Sozialwissenschaftler Karl Kortmann in seinem Vortrag unter anderem die aktuelle „Shell Jugendstudie". Demnach haben derzeit 6 6 Prozent der Deutschen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren Angst vor Armut; 2002 waren es lediglich 62 Prozent. Außerdem bekannten 69 Prozent der Jugendlichen, und damit 14 Prozent mehr als vor vier Jahren, dass sie Angst vor Arbeitslosigkeit hätten. Ein tatsächlicher Anstieg der Armut seit 2002 kann laut Kortmann jedoch nicht nachgewiesen werden.
„Es fehlt eine entsprechende Datengrundlage, die alle potentiellen Gründe für Armut beinhaltet", betonte der Wissenschaftler von TNS Infratest München. Eine derart aufwändige Untersuchung sei vor allem eine Kostenfrage.
Als „schockierend" bezeichnete Kortmann insbesondere, dass im Mai dieses Jahres deutschlandweit 15,9 Prozent der Kinder unter 15 Jahren in „Arbeitslosen-geld-II-Bedarfsgemeinschaften" lebten. Dabei liege der Wert für den Brucker Landkreis mit 6,2 Prozent deutlich unter dem bayernweiten Schnitt von 8,2 Prozent. Generell zog Kortmann vor etwa 60 Zuhörern das Fazit, dass die Situation in Fürstenfeldbruck, soweit die entsprechenden Daten vorliegen, günstiger sei als im bayerischen Durchschnitt.
Diese Einschätzung teilte SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner, die als Vertreterin der Arbeiterwohlfahrt an der Diskussion teilnahm: „Wir stehen in Fürstenfeldbruck gut da, aber auch hier gibt es Armut." Wirtschaftswissenschaftler Bernd Bücking mahnte dagegen eine veränderte Haltung gegenüber den Parteien an: Diese vertreten nach seiner Einschätzung lediglich die Meinung der ökonomischen Elite. „Die Bevölkerung muss klarstellen: Da machen wir nicht mit."
Ein erstes Treffen der neuen Projektgruppe ist für Samstag, 20. Januar 2007, geplant.

Fürstenfeldbrucker SZ, 4.12.06

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Sozialforum Amper und andere Wohlfahrtsverbände luden Dr. Klaus Kortmann von der Sozialforschung TNS-Infratest ein
Keine Armut im Landkreis?
Zwiespältiges Resumee bei der Veranstaltung des Sozialforum Amper
Von Günter Schäftlein

Fürstenfeldbruck - 650 (Lebensmittel-)Tafeln in Deutschland, davon vier auch im Landkreis FFB, 30 Sozialkaufhäuser und 1100 Schuldnerberatungsstellen sprechen für eine wachsende "neue Armut". Statistiker der Sozialforschung relativieren diese unrühmliche Feststellung mit einer beschönigenden "relativen Armut". Bayerns Regierung sehe sogar das Image des Freistaats durch eine derartige Aussage beschädigt.
Das ‚Sozialforum Amper' versuchte mit den Abgesandten hiesiger Wohlfahrtsverbände und anderer Gruppierungen im Veranstaltungsforum Fürstenfeld eine Antwort zu finden, moderiert von Philipp Schuller vom Kreisjugendring. Dr. Klaus Kortmann von der Sozialforschung TNS-Infratest versuchte hierzu einleitend die nüchternen, statistischen Fakten vorzustellen, sofern sie überhaupt vorhanden und noch aussagefähig sind.
Bernd Bücking vom isw-Institut für sozialökologische Wirtschaftsforschung München übernahm den emotional-sozialen Gegenaspekt: Das Menschenbild im heutigen Deutschland. Angesichts von über 767.000 Millionären/Milliardären, das sind knapp 1 Prozent der Bevölkerung, mit einem Anteil von 60 Prozent am vorhandenen Geldvermögen, verbiete sich die von Ministerpräsidenten und anderen geübte Beschimpfung der 99%igen Restbevölkerung als "Neidhammel" und auch das zu oft geäußerte politische "Gesülze" vom Wohlstand für alle.
Schon der industriefreundliche Sozi-Kanzler Gerhard Schröder ("Gasprom läßt grüßen!") habe mit seinem steuerlichen Einknicken vor den Industriebossen bewiesen, dass die Politik in Deutschland in erster Linie die Interessen der ökonomischen Elite zu vertreten habe. Die von deren Bossen dennoch permanent bejammerte Höhe der Unternehmenssteuern wäre eine Farce ("Das sind Großbetriebe mit kreativen Buchhaltungen!"). Die Spannweite läge dort zwischen 14 und 20 Prozent und damit am unteren Rand unter den 15 alten EU-Ländern mit Steuersätzen um die 25 bis 30 Prozent.
Würden die Großunternehmen reell besteuert, bräuchte sich keiner ständig für das aufgelaufene Staatsdefizit in Brüssel entschuldigen.
Und - das ganz persönlich - hätte ein Klaus Esser aus dem Mannesmann-Vodafone-Deal von seinen selbstbehaltenen 30 Millionen Abfindung für den notleidenden Niger in Westafrika einige Millionen gespendet, wären dort noch hunderttausend verhungerte Kinder am Leben. Und: Deutschland, der Exportweltmeister vergangener Jahre, hätte auch 2006 noch 114 Milliarden Exportüberschuß vorzuweisen: Wessen Verdienst? Nur der Manager? Oder auch der Arbeiter, Angestellten und des Mittelstandes? Schließlich: Das preisbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) wuchs in zehn Jahren seit 1996 um 16 Prozent! Wo wäre das angekommen, außer bei Banken und Investmentgruppen? Bei den Rentnern nicht, denn die hätten alleine aus der Inflationsrate und dem Rentenstillstand der letzten vier Jahre inzwischen eine Monatsrente weniger. Aber auch nicht bei den Arbeitern, den Angestellten, den Beamten und dem Mittelstand. Dr. Klaus Kortmann stellte einige Presseschlagzeilen seinen statistischen Fakten voran: "Armut in München - ein trauriger Rekord", "Schuldnerberatung boomt", "Landesbischof nennt Kinderarmut einen Skandal". Die TNS-Infratest-Charts zeigten zu den aktuellen Ängsten der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren: "Angst vor Arbeitslosigkeit" = 69% (2002 = 55%), "Angst vor Armut" = 66% (2002 = 62%). Der Anteil von Personen in ALG II-Bedarfsgemeinschaften an der Gesamtbevölkerung betrug im Mai 2006 in Deutschland 7.439 Millionen (= 11,1%), in Bayern 582.000 (= 5,7%), in Oberbayern 163.000 (= 4,7%) und im Landkreis FFB 6.484 (= 3,2%). Davon Kinder/Jugendliche unter 15 Jahre in Deutschland 1.894 Millionen (= 15,9%), in Bayern 157.000 (= 8,2%), in Oberbayern 44.000 (= 6,9%) und im Landkreis FFB 1.893 (= 6,2%).
Im Landkreis FFB stieg die Zahl der ALG II-Bezieher in Bedarfsgemeinschaften ab September 2005 von 5.405 bis zum Juli 2006 auf 6.428 (plus 18,9%); im gleichen Zeitraum die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern bis 15 Jahre von 1.465 auf 1.873 (= plus 27.8%). Die privaten Insolvenzen betrugen bundesweit in 2000 = 10.500, in 2004 = 49.100, in 2006 = 89.700. Über- schuldete Haushalte waren 1999 = 2,77 Millionen, 2002 = 3.13 Millionen. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Schuldenfrei sind nach SCHUFA/2006 in Deutschland = 92,5%, in Bayern = 94,3%, im Landkreis FFB = 95,1%. Zahlungsstörungen weisen auf: In Deutschland = 3,3%, in Bayern = 2,6%, im Landkreis FFB = 2,4%.
Auf dem Bildungssektor, speziell bei "Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluß im Schuljahr 2004/05", ergibt sich statistisch folgendes Bild: Anteil deutscher Abgänger in Bayern = 6,8%, im Landkreis FFB = 3,6%; Anteil ausländischer Abgänger in Bayern = 21,6%, im Landkreis FFB = 14,5%.
Ein sehr hoher Anteil von Kindern unter 15 Jahren lebt in Armuts-Haushalten
Schlussfolgerungen TNS-Infratest: 1) Die Entwicklung der Einkommensarmut seit 2002 läßt sich nicht eindeutig messen. 2) Ein sehr hoher Anteil von Kindern unter 15 Jahren lebt in Armuts-Haushalten. 3) Die Situation in Bayern ist besser als im Bundesdurchschnitt. 4) Die Situation im Landkreis Fürstenfeldbruck ist besser als im Durchschnitt Bayerns.5) Die Arbeitslosenquote in Deutschland wird 2006 erstmals bei den Frauen höher ausfallen als bei den Männern.

Globale Entwicklungen
Die besondere Berücksichtigung der Landkreisprobleme - wie von Philipp Schuller angemahnt - ließ sich nicht durchhalten: Globale, nationale und landespolitische Entwicklungen schaffen Fakten, "Die Entscheidungen fallen anderswo!". Bemängelt wurde im Nahbereich, dass Germering Sozialwohnungen verkauft, "aus Steuergeldern!" Kinder aus Armutsfamilien würden ausgegrenzt: Kein Kinobesuch, Schwimmbad, Sportverein!

Lehrer-Ehepaar hilft - Für ‚networking’
Den Initiatiavorschlag "Alle Hauptschüler im Landkreis müssen einen Abschluß machen!" begrüßte Max Keil für die FFB-Berufsschule: "Wir haben 200 Schüler ohne Schulabschluß." Ein Lehrer-Ehepaar in Grafrath betreute unentgeltlich 10 Hauptschüler ohne Abschluß - und brachte 9 durch und in einen Ausbildungsplatz.
Monika GIemnitz-Markus vom Sozialforum Amper plädierte nachdrücklich für ein fortgesetztes Netzwerk-Schaffen.

Kreis-Bote, 5.12.2006


Pressespiegel zur Veranstaltung
am 3. Juni 2006:

Partizipative Demokratie - Bürgerbeteiligung - Bügerhaushalt in Porto Alegre
Können wir von Brasilien lernen?
Vortrag von Antonio Andrioli, Uni Osnabrück

Fürstenfeldbruck – Ausgerechnet eines der so genannten Schwellenländer macht vor, wie hoch entwickelte Demokratie der Politikverdrossenheit vorbeugen kann: In der brasilianischen 1,4-Millionen-Einwohner-Stadt Porto Alegre haben Bürger 16 Jahre lang direkt bestimmt, wie das Geld des kommunalen Haushaltes ausgegeben wird. Was zuerst Angelegenheit von 700 Städtern war, wurde zur Erfolgssache von 40.000. Antonio Andrioli, Sozialwissenschaftler und Brasilianer bayerisch-italienischer Abstammung, erklärte bei einer Veranstaltung des „Sozialforum Amper“, wie Basisdemokratie funktionieren kann, wenn man keine Angst davor hat.
Das Sozialforum wurde 2003 in der großen Kreisstadt als Initiative für gerechte Sozialordnung, Frieden und Ökologie gegründet. Es gehört zur globalen Bewegung des
Weltsozialforums, das 2001 in Porto Alegre gegründet wurde.
Die Stadt war zum Symbol für geglückte Direktdemokratie geworden: In den ersten zwölf Jahren des so genannten Beteiligungshaushaltes, den Brasiliens neue Verfassung von 1988 ermöglichte, war die Versorgung mit Trinkwasseranschlüssen von 80 auf 98 Prozent gestiegen. Gab es 1989 nur für 46 Prozent der Porto Alegrianer einen Abwasseranschluss, waren 1996 schon 96 Prozent ins Kanalisationssystem integriert. Zwischen 1989 und 1999 hatten sich die Schuleinschreibungen verdreifacht. Die Zahl der Elendsviertel war ständig gesunken. Die Stadt liegt heute an der Spitze der Kommunen mit der höchsten Lebensqualität.
In Porto Alegre war mit 20 Prozent des Haushaltsvolumens
der Teil öffentlicher Gelder zur Direktbestimmung freigegeben,
der für Investitionen zur Verfügung stand. Wahlberechtigte Bürger der einzelnen Stadtbezirke legten zu Jahresbeginn in Vorberatungen und Bezirksversammlungen Prioritäten für Ausgaben fest. Ein thematisch ausgerichtetes Fachforum überprüfte besonders komplexe Vorhaben. Auf einer Stadtversammlung im Juli, auf der Bezirksdelegierte jeweils zehn Bürger vertraten, wurden Prioritäten der Einzelbezirke „nach dem Prinzip der Solidarität“ abgeglichen. Ein operativer Rat, in dem zum ersten Mal auch Vertreter der Kommune auftauchten, erarbeitete einen Haushaltsentwurf aus und übergab ihn Ende September an den Stadtrat. Der hatte zwei Monate zur Absegnung Zeit. Nach einer Winterpause lief der Beratungsprozess von neuem an.
„Die Lust an Politik, die an tatsächlichen Bedürfnissen ausgerichtet ist, stieg von Jahr zu Jahr“, kommentierte Andrioli die erwähnte, rapid ansteigende Bürgerbeteiligung. Selbst auf Landesebene, auf der inzwischen nach gleichem Prinzip entschieden werde, ließ sich qualifizierte, politische Arbeit ausschließlich ehrenamtlich erledigen. „Auch der einfachste Bürger versteht nach ein paar Malen, wie ein Haushalt funktioniert. Er ist genauso kompetent wie ein Stadtrat.“ Nur ein einziges Mal während 16 Jahren habe der Stadtrat den Bürgerentwurf nicht genehmigt. Dabei sei es um
die im zweiten Anlauf durchgesetzte Kommunalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs gegangen.
Andrioli hält den Demokratieprozess in der brasilianischen Kommune für übertragbar: „Es handelt sich aber um kein Modell, sondern um eine Erfahrung“, machte der Wissenschaftler deutlich, dass es auf grundsätzliche Bereitschaft und nicht auf starres Kopieren ankommt.

Fürstenfeldbruck (fm)- Auch beim basisdemokratischen Beteiligungshaushalt der brasilianischen Millionenstadt Porto Alegere (siehe Artikel nebenan) lief nicht immer alles glatt.
Referent Antonio Andrioli nannte unter anderem Schwierigkeiten mit Planern der Stadtverwaltung, die sich in Arbeit und Einfluss beschnitten sahen. Bei den Delegierten der Bezirksversammlungen habe man später bestimmt, dass sie keiner anderen, organisierten Interessengruppe angehören dürften. „Auch dieser Weg wirklich repräsentativer Bürgerdemokratie muss immer wieder kritisch überprüft werden“, betonte Andrioli. Eines sei aber sicher: „ 40.000 Bürger sind nicht so leicht zu manipulieren wie zum Beispiel die kleine Gruppe bezahlter Stadträten.“ Nach den Erfahrungen in Porto Alegre müsse man sich fragen, ob es überhaupt nötig sei, Geld für ein solches Gremium auszugeben. Repräsentative Demokratien nach westlichen Muster müssten „entprivatisiert“ werden.

Max Freisleder
(ungekürzte Fassung - mit freundlicher Genehmigung)
Montag, 19.6.2006 - Münchner Merkur/Fürstenfeldbrucker Tagblatt



Pressespiegel zur Veranstaltung
am 2. Juli 2006:

Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse - Sind die Prinzipien heute noch gültig?
Referent: Friedbert Mühldorfer, Historiker (Landessprecher VVN/BDA Bayern)

"Keine Angriffskriege“
Vereinigung der Naziverfolgten und Antifaschisten diskutierten

Grafrath - Das "Sozialforum Amper", eine "Initiative für gerechte Sozialordnung, Frieden und Ökologie" befasste sich mit der Frage, inwieweit sich die Rechtsprinzipien des internationalen Gerichtshofes von Nürnberg in der Welt durchgesetzt haben. Das Gericht der Alliierten verurteilte in den Jahren 1945 und 1946 die 23 Hauptkriegsverbrecher des Naziregimes mit wenigen Ausnahmen zum Tod.
Die wesentlichen Anklagepunkte waren Verbrechen gegen den Frieden beziehungsweise die Führung eines Angriffskrieges, Begehung von Kriegsverbrechen entgegen den Bestimmungen des damals geltenden Völkerrechtes und die Naziverbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Referent Friedbert Mühldorfer erklärte, damit habe man in Nürnberg gleichzeitig Eckpunkte für eine friedliche Weltordnung, vor allem aber das Prinzip eines generelles Verbotes von Angriffskriegen für die Zukunft geschaffen, das heute nicht mehr so richtig ernst genommen werde.
Mühldorfer, Lehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an einem Münchener Gymnasium und einer der Landessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Nationalsozialismus - Bund der Antifaschisten (WN/BDA), bedauerte, dass infolge des beginnenden Kalten Krieges zwischen Ost und West die Westalliierten ziemlich rasch nach 1946 mit der konsequenten Verfolgung weiterer Kriegsverbrecher aufhörten. Die USA hätten ihr Interesse an der Verfolgung von Nazis, ehemaligen Wehrmachtsvertretern und Wirtschaftsfachleuten des Dritten Reiches verloren, weil sie auf diese Leute im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion angewiesen waren. "Man verfolgt nicht die Menschen in einem Land, das der eigene Bündnispartner ist", erklärte der Referent die damalige Haltung der USA.
Gleichzeitig sei ab etwa 1947 im besetzten Deutschland immer rascher die Zustimmung für die Aburteilung weiterer Kriegsverbrecher geschwunden: „Die Deutschen wollten einen Schlussstrich ziehen, sich vom Faschismus, den man bis Kriegsende mehr oder weniger unterstützt hatte, absetzen und sich nicht länger mit der Schuldfrage von Mitläufern beschäftigen", fasste Mühldorfer die damalige Stimmung zusammen. So erkläre sich, dass nach dem großen Nürnberger Prozess von 1945/46 in einigen Folgeprozessen der Alliierten zwar noch etwa 500 Verurteilungen von Naziverbrechern stattgefunden hätten, aber von Seiten der Deutschen selbst keine weiteren Prozesse geführt wurden. Erst 1965, 1968 und 1978 habe man in einer breiten öffentlichen Diskussion durchsetzen können, dass Kriegsverbrechen nicht wie gewöhnlicher Mord der Verjährungsfrist unterliege. Aber bedauerlich sei, dass heute das Verbotsprinzip des Angriffskrieges, der zwangsläufig zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit führe, vergessen sei und nicht angewendet würde. Mühldorfer fragte im weiteren Verlauf des Referates nach, ob infolge des weltweit erklärten Krieges gegen den Terrorismus und der auch militärischen Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen als den Lebensgrundlagen für die Nationen der hochindustrialisierten Länder die Führung von Angriffskriegen nicht immer wahrscheinlicher werde. Diese würden unter dem Begriff der Verteidigung geführt. Als Beispiel dazu fiel in diesem Zusammenhang das Zitat des früheren Verteidigungsministers Scharping von der „Verteidigung der Freiheit am Hindukusch.“
In der Diskussion wurde auch die USA angegriffen, die den Terroranschlag vom September 2001 auf New York als militärischen Angriff auf das Land interpretiert und dies als Vorwand benutzt habe, Afghanistan anzugreifen und später den Irak, unter dem falschen Vorwand der Existenz von Massenvernichtungsmitteln. Für die Mitglieder des Sozialforums Amper stellte sich auch die Frage, warum denn die USA Atomwaffen haben dürfe, Teheran aber nicht. Im Übrigen würde es, so meinten einige, wohl gar keine Kriege geben, wenn es keine Waffen, Waffenproduzenten und keinen militärisch-industriellen Komplex gäbe. Die Diskussion mündete schließlich in dem bekannten Vorwurf von Iinks, die Kapitalisten in aller Welt würden die gerechte Verteilung der Güter wenn nötig mit Krieg verhindern. Dagegen helfe nur das generelle Verbot von Angriffskriegen.

VON HERMANN EISENHARDT
„Kreisbote“ FFB 4. Juli 2006





Pressespiegel zur Veranstaltung
am 4. August 2006:

Gentechnik – Gefahr oder Chance? Erfahrungen aus Brasilien
Vortragsveranstaltung mit Antonio Inacio Andrioli - mit Powerpoint-Präsentation



Fürstenfeldbruck - Es geht um ein großes, ungerechtes und auch noch umweltschädigendes Geschäft und sonst nichts. So lautet das Fazit des Osnabrücker Sozialwissenschaftlers Ignacio Andrioli zum großflächigen Anbau gentechnisch veränderten Sojas in seinem Heimatland Brasilien. Der aus einer Kleinbauernfamilie stammende Wissenschaftler erklärte bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Bund Naturschutzes, des Sozialforum Amper und der Hilfsorganisation für brasilianische Kleinbauern Campo Limpo angebliche Anbauvorteile zur verlogenen Marketing-Strategie. Dafür präsentierte er eine Gefahrenliste und beschrieb soziale Nachteile.
Andrioli zufolge wirbt das Großunternehmen Monsanto, mit 80 Prozent Marktanteilen Führer unter den Produzenten gentechnisch veränderten Sojasaatguts, mit folgendem Gewinnprofil: Ertragssteigerung und Beseitigung des Welthungers in 30 Jahren, weniger Betriebskosten und wegfallender Pestizideinsatz. „Nichts davon stimmt“, bekräftigte jedoch Andrioli. Sogenannte wissenschaftliche Studien, die diese Behauptungen untermauerten, seien wesentlich von der Saatgutindustrie finanziert. Und: „Der Druck der Industrie auf Politiker, Gen-Soja zu zulassen, ist jetzt riesig. Gerade auch in der EU.“
Gen-Soja unterscheidet sich nach Andrioli einzig durch seine Resistenz gegen Unkrautvernichtungsmittel (Herbizidresistenz) und Insekten. Erfolgreicher Anbau wird an den Einsatz des Totalherbizids „Round up“ mit Wirkstoff Glyphosat gekoppelt. Größerer Ertrag beruhe in Wahrheit auf besser genutzter Anbaufläche wegen umfassend vernichteten Unkrauts und fehlender Pflanzenschäden durch Herbizidresistenz. „Die gentechnisch veränderte Sojapflanze selbst bringt nicht mehr Frucht als die herkömmliche“, stellte der Sozialwissenschaftler fest. Amerikanische Studien bewiesen sogar mehr Ertrag mit herkömmlichem Material. Zwar freuten sich Brasiliens Bauern, wenn zu Anbaubeginn mit rund 25 Prozent weniger Kosten bei der Unkrautbekämpfung Gesamtkosten um 20 Prozent sänken. Doch machten hohe Saatgutpreise und langsam wachsende Herbizidmengen diesen Gewinn wieder wett: „Studien haben ergeben, dass Betriebskosten sogar um 2,8 Prozent steigen“, sagte der Wissenschaftler.


Schließlich richte „Round Up“ erhebliche Schäden an. Andioli zählte Wurzelkrankheiten sowie mangelnde Stickstoffbindung und bakterielles Ungleichgewicht im Boden auf. „Die Böden sind nach wenigen Jahren ruiniert.“ Auch krebserzeugender Wirkung sei man auf der Spur.
Produzenten von Gen-Saatgut setzen laut Andrioli bei der Produktverbreitung bewusst auf natürliche Samenübertragung, aber auch auf Schmuggel. Seien in einem neuen Gebiet einmal Fakten geschaffen, würden als Beratung getarnte Werbekampagnen gestartet.
Brasilien setzt beim Abbau hoher Staatsschulden auf Devisen durch Gen-Soja. Für den Osnabrücker Wissenschaftler bittere Ironie, denn auf Kosten brasilianischer Lebensgrundlagen würden Gläubigerländer durch Kauf ihrer Saatgutprodukte und dem damit erwirtschafteten Gewinn doppelt entschädigt. Außerdem würden Kleinbauern zwecks Flächengewinn rücksichtslos enteignet.
Dass er neutrale Wissenschaft betreibe, wollte Andrioli offensichtlich auch mit der Bewertung des erst am Schluss erwähnten Risikos des Erbguteingriffs belegen. Man kenne hier keine Unfälle. Andrioli: „Jedenfalls zur Zeit nicht.“

Max Freisleder
(ungekürzte Fassung - mit freundlicher Genehmigung)
Freitag, 11.8.2006 - Münchner Merkur/Fürstenfeldbrucker Tagblatt


Von Brasilien lernen
Kritischer Vortrag in FFB: Gentechnisch veränderte Sojabohne weltweit nicht mehr zu verhindern

Fürstenfeldbruck - Der junge Wissenschaftler nahm sich kein Blatt vorm Mund, nannte Ross und Reiter in der grünen Gentechnik, Bereich Soja. Sein Fazit: "Die gentechnisch veränderte Sojabohne ist weltweit nicht mehr zu verhindern." Aber es 'bleibe ein dauerhafter Hoffnungsschimmer gegen die Übermacht der Agrarkonzerne: "Weiter Druck von unten machen!"
Gemeinschaftlich haben sich das Grafrather Sozialforum Amper, der Bund Naturschutz von Fürstenfeldbruck/Emmering und Maisach sowie der Puchheimer Verein Campo Limpo (Solidarität mit Brasilien) bemüht um die Verwirklichung des Referats des brasilianischen Wissenschaftlers Antonio Inacio Andrioli im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Tenor: "Gentechnik - Gefahr oder Chance? Konkrete Erfahrungen aus Brasilien." Das Sozialforum Ar11per hatte das Thema für den Referenten vorab aufbereitet: "Am Beispiel der Gensoja in Brasilien legt Referent Andrioli, Doktorand der Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück und Stipendiat des Evangelischen Entwicklungsdienstes anhand seiner Erfahrungen in Brasilien ökologische, agronomische und soziale Folgen von Gentechnik dar."

Europa kann von Brasilien lernen
1994 habe der US-Chemie-Großkonzern Monsanto die Zulassung für den Anbau der "Roundup-Ready"-Sojabohne erhalten. Das Besondere an der kurz so genannten "RR"-Soja sei die Herbizidresistenz (Widerstandsfähigkeit gegen Unkrautbekämpfungsmittel); "ihr wurden Gene eingebaut, damit sie vom Totalherbizid Glyphosat, das alle Pflanzen vernichtet, nicht zerstört wird". Argumente der Befürworter seien die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaft, die Erhöhung der Exporte Brasiliens und die Bekämpfung des Hungers. Den Bauern habe man drei Hauptargumente genannt. Erstens, herbizidtolerante Sojabohnen sollten den Ertrag steigern; zweitens, die Herbizidmengen würden reduziert und so die Betriebskosten vermindert; drittens, die Verringerung von Herbizidmengen reduziere die Umweltverseuchung und verbessere die Qualität des Lebensmitteis: Jedoch: "Die realen negativen Auswirkungen auf die Produktionsbedingungen der Bauern und das Leben der Menschen sind in Brasilien bereits heute abzusehen." Aus diesen Erfahrungen könne, auch Europa lernen. Der Brasilianer Andrioli selbst bewegte sich in der für ihn fremden Sprache Deutsch leicht, locker - ohne Typoskript, wissenschaftlich exakt, ohne ökoIogisch motivierte Verbitterung: "Die großen Produzenten verdrängen in Brasilien die kleinen."

Ziviler Ungehorsam
Andrioli stammt aus einer Kleinbauernfamilie. Er sei früher selbst "Giftverkäufer" gewesen, Herbizidanpreiser der chemischen Großindustrie. Er sprach in Bruck von inzwischen enttäuschten Hoffnungen auf neue gentechnisch veränderte Pflanzensorten und bessere Nahrungsmittel. Indessen: "Die Sojaproduktion siegt, AnbaufIächen werden ausgedehnt, die Umweltgefährdung nimmt zu - und der Hunger weltweit ebenfalls. In Brasilien hungern heute 40 Millonen von 180 Millionen Menschen." Allein 15 Millionen Kleinbauern lebten unter der Armutsgrenze. Und moderne Agrarproduzenten kämen zudem fast ohne Arbeitskräfte aus. Monsanto habe bei PR-Kampagnen die Bauern für die Zwecke des Unternehmens eingespannt mit dem Hauptargument: Künftig beim Anbau der Ölpflanze (und auch als Kraftfutter für die Tiermast dienende) Soja kräfteschonend spritzen, statt kräftezehrend zu hacken. Darauf hätten viele Bauern positiv reagiert und demonstrativ ihre Hacken verbrannt. Mittlerweile aber verbreite sich Hunger - und Angst vor der Gentechnik. Andrioli, zusammenfassend: "RR-Soja bringt keine Verbesserung bei Ertrag. Herkömmliche Sorten sind sogar bis zu zehn Prozent ertragreicher." Und wo die Betriebskosten sinken, müsse der Bauer beim patentierten Saatgut wieder draufzahlen.

Die Saat des Bösen
In der überaus regen Diskussion der knapp 50 Zuhörer wurden Stichworte hinterfragt wie Urheberrecht, Globalisierung, Trinkwasserschäden, veränderbares Konsumverhalten, Kontrolle von Sojaanteilen in Lebensmitteln, Undurchsichtigkeit im Angebot vom Supermarkt bis zum Ökoladen. Ratschlag aus der Diskussionsrunde: "Proben Sie zivilen Ungehorsam, entscheiden Sie beim täglichen Einkauf an den Regalen, kaufen Sie regionale Lebensmittel, also aus der nahen Umgebung."
Und Antonio Andrioli wird demnächst zum Thema ein Buch veröffentlichen unter dem Titel "Die Saat des Bösen." - Mehr Info zum Thema über E-Mail: sozialforumamper@gmx.de; Internet: www.sozialforumamper.de.vuMassenproduktion

MICHAEL ANDRIES – „Kreisbote“ 14.8.2006

 

KB-Interview mit Horst Kühnle, Vereinsvorstand vom Campo Limpo

Puchheim - Am 04. August veranstaltete das Sozialforum Amper mit BUND und Campo Limpo einen weiteren Infoabend zu den Gefahren der Gentechnik. Antonio Andrioli aus Brasilien gelang ein spannender Überblick über die Problematik bei Gensoja. Die Ergänzung zu den Verbrauchertagen der "Agenda 21" im vergangenen Herbst in der Kreisstadt war perfekt. Über die Arbeit des Puchheimer Vereins Campo Limpo - "Solidarität mit Brasilien" - im gentechnischen Bereich sprach Michael Andries, freier Mitarbeiter des KREISBOTEN, mit Horst Kühnle vom Vorstand des Vereins.
Herr Kühnle, was haben Sie Neues lernen können beim Vortrag des Brasilien-Experten Andrioli im Veranstaltungsforum Fürstenfeld?
Horst Kühnle: Für uns, die wir fast täglich mit der Materie befasst sind, war es nicht wesentlich, direkt Neues zu erfahren. Viel wichtiger war die hervorragende Zusammenfassung der ganzen Soja-Problematik durch den Referenten.
Und was sagt Campo Limpo selbst zur grünen "Gentech"?
Horst Kühnle: Vorweg erinnern wir daran: "Brot für die Welt", "Justitia et Pax", "Misereor" und andere Hilfsorganisationen für die Dritte Welt haben im vergangenen Jahr Forderungen an die Bundesregierung zum Menschenrecht auf Nahrung vorgelegt. Gefordert wird in dem Papier Zugang zu produktiven Ressourcen, Stärkung lokaler Agrarmärkte, Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Land durch Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, auch in Brasilien als zentrale Anliegen zur Hungerbekämpfung in den südlichen Ländern.

Wie informiert Campo Limpo?
Horst Kühnle: Erst einmal durch einen Rundbrief, der an Vereinsmitglieder und Interessenten verschickt wird; sodann haben wir informiert auf den Verbrauchertagen der Brucker Agenda 21 im vergangenen Jahr. Und auf dem Umweltfest im vergangenen Jahr in Puchheim hat Campo Limpo ebenfalls die negativen Folgen der grünen Gentechnik am Beispiel Soja für seine kleinbäuerlichen Projekt-Partner in Brasilien aufgezeigt. Wir haben vieles von dem zur Sprache gebracht, was von Agrar-Chemieriesen wie 'Monsanto verschwiegen wird.
Was wird in Brasiliens Landwirtschaft passieren, wenn es mit dem Anbau der herbizidresistenten „Roundup-Ready"-Sojabohne in dem rasanten Tempo weitergeht wie bisher?
Horst Kühnle: Gentechnik bedeutet Massenproduktion - hier von Soja - auf Großplantagen. Da haben Kleinbauern keinen Platz. Es geht nur ums Geschäft, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. Gentechnik ist ein Krieg gegen den freien Bauern, den freien Bürger und Verbraucher, gegen Umwelt und nachhaltige Landwirtschaft.

Und wie schaut es im sozialen Umfeld aus?
Horst Kühnle: Durch Gentechnik wird in Brasilien und anderen Ländern des Südens in aller Regel mehr Arbeitslosigkeit und Elend geschaffen. Wir lamentieren über Migrationsdruck und Billiglöhne, weil sich dort immer mehr Mitmenschen zu immer schlechteren Bedingungen um eine gleichbleibende Zahl von Arbeitsplätzen bewerben müssen.
Nimmt Campo Limpo auch am diesjährigen Puchheimer Umweltfest am 24. September teil?
Horst Kühnle: Ja, u.a. mit Infos zur Genrechnik.

Und was braucht der Solidaritätsverein am dringendsten für seine Arbeit?
Horst Kühnle: Wir suchen immer Menschen, die bei uns ehrenamtlich mitarbeiten wollen. Wir brauchen weitere Spenden, um die Arbeit unserer Partner zu intensivieren. Ihr Kampf für eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Gentechnik kommt letztlich auch uns Verbrauchern in Europa zugute. Das nenne ich globalen Widerstand gegen verantwortungsloses Wirtschaften.

MICHAEL ANDRIES – „Kreisbote“ 14.8.2006

 

Pressespiegel zur Veranstaltung
am 4. August 2006:

Gentechnik – Gefahr oder Chance? Erfahrungen aus Brasilien
Vortragsveranstaltung mit Antonio Inacio Andrioli - mit Powerpoint-Präsentation

Veranstaltung am 7. August 2007 in FFB:

"Wer hat Angst vor Demokratie?"

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