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Medikamentensammlung für Griechenland

SOLIDARITÄT mit den MENSCHEN in GRIECHENLAND
Wegen der Maßnahmen der sogenannten Troika leidet die Bevölkerung unter einer massiven Unterversorgung an Lebensmitteln, Energie und Medikamenten. Die Menschen in Griechenland brauchen dringend unsere Hilfe. Es herrscht Mangel an allem, besonders aber an Medikamenten und medizinischen Geräten. Menschen leiden und sterben an dieser Unterversorgung. Deshalb rufen wir auf, nicht mehr benötigte Medikamente nicht wegzuwerfen, sondern zu spenden! (Das Verwendbarkeitsdatum darf nicht überschritten sein.)
Wir sammeln diese Medikamente und leiten sie - in Zusammenarbeit mit dem Sozialforum München - an die „Soziale Praxis Ellinikon“ (MKIE) in Athen weiter. Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger helfen dort ehrenamt- lich allen Arbeitslosen, Armen und allen Menschen ohne Krankenversicherung.

Pressebericht

 

Dokument eines Briefes aus Griechenland:

Guten Morgen, Kalle, guten Morgen, Holdger!
Ich habe gestern mit ein paar Freunde in Griechenland gesprochen, die Lage ist sehr ernst!
Die IKA (größte Sozialversicherungsanstalt) zahlt pro Patient und Tag 80 €, für alle Leistungen. Aus diesem Grund sind die Spitäler finanziell nicht in der Lage, Behandlungsmaterial zu besorgen. Die Patienten müssen zum Beispiel für Verbandsmaterial selbst aufkommen.
Stellen wir uns vor, ein Opa mit einer gekürzten Pension kommt ins Krankenhaus. Er muss Verbandszeug oder Spritzen, Salben etc. selbst besorgen. Aus diesem Grund geht er überhaupt nicht ins Krankenhaus.
Das gilt auch für das Krankenhaus in Sparta sowie generell für alle Krankenhäuser in Griechenland. Das Krankenhaus auf Kithira ist in einer ähnlichen Situation. Ärzte bieten oft Dienste ohne Entgelt an, wenn der Patient arbeitslos ist.
Generell herrschen im Gesundheitssektor unglaubliche Zustände. Im Falle einer Hilfe wird ein Übernahmeprotokoll erstellt. Das Krankenhaus bekommt manchmal auch Geldhilfe von Auswanderern, die ihre Dörfer besuchen.
Arbeitslose sind nach einem Jahr nicht mehr versichert.
Anmerkung am Rande: Auch meine Mutter, 87 Jahre jung, zahlte vor 3 Monaten für den Aufenthalt im Krankenhaus 1500 € und ca. 200 € für das Verbandszeug. Der Chirurg und der Anästhesist haben nichts verlangt, weil Sie Pensionistin ist.
Ein weiterer Punkt, der mich interessierte, ist die Hilfe an Personen ohne Einkommen:
In solchen Fällen funktioniert die Hilfe durch die Angehörigen, und, wenn das nicht reicht, helfen die Nachbarn und Dorfbewohner. Das funktioniert meistens im Geheimen. Wie ihr wisst: Griechen sind sehr stolz und bitten niemanden um Hilfe. Die Leute helfen ohne zu fragen, als ob das selbstverständlich wäre. Das haben mehrere Freunde berichtet, im Norden, auf dem Peloponnes sowie auf den Inseln.
Takis aus Plitra berichtete mir, dass vor ein paar Tagen ein Mann – 58 Jahre alt – Selbstmord verübte, damit seine Tochter ins Waisenhaus kommt und so überleben kann. Der Mann war arbeitslos und konnte seine Familie nicht mehr ernähren. Er war auf die Hilfe der Kirche angewiesen, und das hatte er nicht verkraftet.
Zu den Apotheken kann ich folgendes berichten:
Viele Arzneimittelfirmen haben die Medikamentenlieferungen nach Griechenland eingestellt.
Das EOPYY zahlt den Apothekern erst nach 3 Monaten das Geld für die Rezepte.
Die Lieferanten geben eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Jede Apotheke ist mit einem Minus von ca. 70.000 €, die höchstwahrscheinlich niemals bezahlt werden, belastet.
Die Apotheken leisten Hilfe an Personen, die kein Einkommen haben. Die Frage ist, wie lange.
Manche Lieferanten liefern nur gegen Bargeld.
Die Zahl der Nicht-Versicherten ist bereits auf 1,7 Millionen Menschen angewachsen.

Was hier geschieht, ist beispiellos in der Geschichte unseres Kontinents. Das Ganze hat mit Politik nichts mehr zu tun. Die Hilfe, die Griechenland bekommt, besteht aus geborgtem Geld, das wieder zurück gezahlt werden muss. Die meisten reden so, als ob das Geld geschenkt wäre. Angesichts der Tatsache, dass Kinder in der Schule ohnmächtig werden, weil sie nichts zum Essen haben, ist die Aussage von Herrn Schäuble, „Wegen ein Paar ohnmächtiger Kinder schicken wir kein Geld nach Griechenland“, erniedrigend. Für mich gibt es keine politische oder moralische Instanz, die das rechtfertigt!

Grüße aus Griechenland, Tassos

Quelle: http://hinter-den-schlagzeilen.de/2015/07/23/brief-eines-griechen-ueber-sein-heimatland/
Ein zweiter Brief: http://hinter-den-schlagzeilen.de/2015/08/03/ein-zweiter-brief-von-tassos-chatzatoglou-ueber-sein-heimatland/

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