Hiroshima-Gedenkveranstaltung

Alle Redebeiträge finden Sie am unteren Ende dieses Textblocks.

Der Kriegsgefahr aktiv begegnen!

Neuerdings stehen wir vor dem möglichen Beginn eines unverantwortlichen, grausamen, aber vermeidbaren Einsatz von Atomwaffen.
Das unverantwortlich militaristische Verhalten und die aggressive Atom-Kriegsvorbereitung der stärksten Atommacht USA sowie die atomare Aufrüstung und die Drohung mit dem Einsatz der Atomwaffen durch Nordkorea hat die Welt in die Nähe eines verheerenden Millionen Menschen vernichtenden Atomkrieges gebracht. Diese atomare Zuspitzung erfolgt 72 Jahren nach den verheerenden Atomschlägen gegen Hiroshima und Nagasaki.

Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki. Fürstenfeldbrucks beharrliche Mahner für Frieden und Abrüstung gedachten am 6.8.17 in der Hauptstraße und auf der Kneipp-Insel der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945.
Die Gedenkveranstaltung – organisiert vom Sozialforum Amper FFB – fand statt am 6.8.17 in der Hauptstraße vor der Sparkasse und auf der Kneipp-Insel zwischen 20 und 22 Uhr.
Die 3. Bürgermeisterin von Fürstenfeldbruck, Karin Geißler, hielt eine Grußansprache. Es folgten Redebeiträge von Herbert Markus, Mitglied in der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) und von Jürgen Schulz, Dokumentarist und Mitglied im Brucker Verein Apoyo para Guatemala e. V.
Auf der Kneipp-Insel wurde ein Besucher- und Lichterkreis gebildet. Es folgten musikalische Beiträge von David Jäger, Saxophonist, und Günter Wagenpfeil, Gitarrist, sowie einer Ansprache des Pfarrers Niclas Willam-Singer von der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche Fürstenfeldbruck. Inge Ammon, lebenslang engagierte Friedenskämpferin und Flüchtlingsbegleiterin, berichtete vom Erfolg der Widerstandsaktionen vor der US-Atomraketenstation in Büchel/Pfalz in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Wurden zuerst tausende Demonstranten bei Sitzblockaden wegen Gewaltanwendung zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt, rehabilitiere sie nach vielen Jahren ein Bundesverfassungsgerichtsurteil, indem es Sitzblockaden als Nicht-Gewaltanwendung definierte. Ihr Aufruf galt dem konsequenten Widerstand, der letztenendes zum Erfolg führen muss.
Die 3. Bürgermeisterin von Fürstenfeldbruck, Karin Geißler, hielt eine Grußansprache. Darin erinnert sie an die Mitgliedschaft der Stadt in der weltweiten Organisation „Mayors for Peace“ (www.mayorsforpeace.org/english), mit der sich OB Erich Raff solidarisch erklärte, obwohl er ein paar Monate zuvor die ansässigen Rüstungsfirmen Schleifring und ESG als gute Steuerzahler und vorbildliche Betriebe bezeichnet hatte. Sie weist auf die Wichtigkeit kommunaler und städtischer Friedensarbeit hin, dass Bruck hierbei noch ein Manko aufzuweisen habe und dafür künftig mehr getan werden solle. – 4 Minuten.
https://youtu.be/QMELiGrUxx8
Der Redebeitrag von Herbert Markus, Mitglied in der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten), führt aus, welche Kriege in diesen Jahren die Welt plagen, welche Folgen die Rüstungspolitik und die deutsche Bereitschaft zu vermehrten Kriegseinsätzen haben. – 10 Minuten.
https://youtu.be/w_FXWMcisto
Der Redebeitrag von Jürgen Schulz, Dokumentarist und Mitglied im Brucker Verein Apoyo para Guatemala e. V., erläutert den Boom der staatlichen Ausgaben, die zu einer Spirale des Todes führt, kritisierte die Propaganda der Bundeswehr in unseren Schulen und legt die Notwendigkeit von Friedensarbeit und Friedensüädagogik dar. – 6 Minuten.
https://youtu.be/nTC0QCKsAJ0
Pfarrer Niclas Willam-Singer von der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche Fürstenfeldbruck widmet sich in seiner eindrucksvollen Rede dem gegenseitigen Verstehen und dem gemeinsamen Aktivwerdens. Um gemeinsam gegen Kriegspolitik vorgehen zu können, damit Abrüstung und Frieden unser Leben schützen. Er ruft auf, den Widerstand gegen Rüstungs- und Kriegswirtschaft so stark zu machen, dass die Bundesregierung sich endlich zu einer konsequenten Abrüstungspolitik und Friedensdiplomatie entschließt.
Die Dokumentation der Andacht und des gemeinsamen Mahnens für Abrüstung und Frieden auf der Kneipp-Insel. - 10 Minuten.
https://youtu.be/rWEzf8qVGcM
Inge Ammon. WIDERSTAND IST NOTWENDIG UND LOHNT SICH. Das sagt INGE AMMON, geboren am 11.3.1931 in Könisgsberg/Ostpreußen, wohnt seit 1995 in Fürstenfeldbruck. Inge Ammon, die selbst 1945 aus Ostpreußen fliehen musste, ist seit über 25 Jahren in der Asylarbeit tätig und noch viel länger in der Arbeit für Frieden und Abrüstung. Ingrid Ammon war 1986 eine Teilnehmerin von 100 vorwiegend älteren Münchnern und 500 Demonstranten in Mutlangen bei der Senioren-Blockade vor der US-„Pershing-Base“, nördlich der Stadt Schwäbisch Gemünd in Baden-Württemberg sowie gegen die Lagerung von mehreren Tonnen Nervengas vor dem atomaren US-„Versorgungslager Munition“ (VLM) in Fischbach bei Dahn/Rheinland Pfalz. Die Senioren-Blockade war eine von vielen Sitzblockaden gegen die Aufrüstungsspirale, die Stationierung von Pershing-Raketen, Atombombensprengköpfen und gegen Giftgaslager. - 14 Minuten.
https://www.youtube.com/watch?v=mhtqkZ1CnGk
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Informationen:

Weltweit gab es seit 1945 2056 Atomtests. Davon 1023 Tests durch die USA.
Die Atommächte testeten ihre Atomwaffen niemals in Washington, Paris, London, Moskau, Peking, Neu Delhi, sondern immer auf dem Land von UreinwohnerInnen. Entweder waren es frühere Kolonien der Kolonialherren, wie z.B. Frankreich auf dem Land der Polynesier, dem Mururoa Atoll, weitere in Algerien in der Sahara, Großbritannien in Montebello und Maralinga vor der australischen Westküste, die USA auf dem Bikini Atoll, oder Gebiete am Rande der Länder wie z.B. Lop Nor in China, es ist das Ursprungsland der Uiguren, die UdSSR auf Novaja Semlja im arktischen Ozean im Norden Russlands oder in Semipalatinsk in Kasachstan. Kasachstan ist etwa so groß wie Westeuropa. Ein Drittel des Landes ist durch die Tests atomar verseucht.
Atomtestgelände in Nevada, USA.
Das Testgelände ist etwa 250 Meilen von Las Vegas, einem der größten Vergnügungszentren der Welt, entfernt. Die Folgen der Tests haben große Auswirkungen. Die Krebserkrankungen sind dort und bei den Shoshone weit über dem Durchschnitt der USA. - Durch die oberirdischen Tests hat das Gelände eine Struktur, die von Kratern durchzogen ist, dem Mond nicht unähnlich. Teilweise nutzten US Astronauten das Gebiet als Übungsgelände für ihre Mondflüge. - In unmittelbarer Nähe des Testgeländes liegt Yucca Mountain, gehört ebenfalls zum Gelände der Shoshone. Dort soll nach den Plänen der Regierung das größte Nukleare Endlager für Atomare Abfälle aus zivilem und militärischem Gebrauch entstehen.
Drohneneinsatz-Koordination, Waffen- und Atomwaffendepot: Die Einsatzzentrale für die US-Atomwaffen in Deutschland und Europa ist in Ramstein/Pfalz stationiert.
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Was wir vergessen, kommt wieder. Was wir verstanden und versöhnt haben, können wir in Lernen und Evolution verwandeln.
Ein Text von Thomas Andreas Beck, österreichischer Liedermacher:
Schaut’s hin
Wohin geht die Angst, wenn wir sie verdrängen?
Was passiert mit der Wut, wenn wir sie nicht benennen?
Wie wirkt a Verbrechen, des wir nicht heilen?
Was passiert mit den Menschen, die nicht mehr unta uns verweilen?
Was passiert mit an Schuss, der in da Stille verhallt?
Wohin geht der Schmerz, nach so vü Gewalt?
Was passiert mit der Liebe, wenn ma die Gefühle verdrängen?
Was passiert mit an Seil, nach dem Erhängen?
Schaut's hin, schaut's hin, schaut's hin - Es vergisst uns nie.
Wohin fließen die Tränen, nach so vü Leid?
Wer stiftet den Frieden, wenn’s keiner bereut?
Wie können wir wissen, wie sich Sterben anfühlt?
Was führt uns heute, wenn uns nix mehr berührt?
Wie solln ma verstehen, wenn ma ned dazu stehen?
Wie kann ohne Einsicht soviel Verletzung vergehen?
Was wissen wir Enkel von eurer Generation?
Wieso find i wo i grab Munition?
Schaut's hin, schaut's hin, schaut's hin - Es vergisst uns nie.
Was woa eicha Sehnsucht, um an Führer zu folgen?
Welche Kraft habts ihr gespürt, um Menschen zu morden?
Wodurch wurd sie frei, die bestialische Wut?
Nur wenn ma verstengan wird’s wieder gut.
Schaut's hin, schaut's hin, schaut's hin - Es vergisst uns nie.
Das Video: https://youtu.be/aZD5AATNBUI
Film: Lukas Beck Filmmaterial neu: Lukas Beck Filmmaterial Krieg: Recherche diverse Archive youtube Text und Musik: Thomas Andreas Beck Gitarren: Beck, Krinner | Keyboards: Oman | Schlagzeug: Schuster | Bass: Mora Musikproduktion: Thomas Mora Mastering: Horst Pfaffelmayer – goldchamber
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Info-Links:
Daten über Atomwaffenstaaten, ihren Arsenalen und gültige Doktrinen: www.atomwaffena-z.info
Geschichte der Bewegung gegen die Atomwaffen: www.soziale-verteidigung.de/fileadmin/dokumente/Geschichte_Atomwaffenbewegung_final.pdf
Büchel ist überall - atomwaffenfrei jetzt: https://buechel-atombombenfrei.jimdo.com
Kampagne Stopp Air Base Ramstein - Nein zu Atomkriegsdrohungen: www.ramstein-kampagne.eu
Netzwerk Friedenskooperative - Network of the German Peace Movement: www.friedenskooperative.de
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Die Redebeiträge:


Begrüßung der Friedens-Fahrradtour 2017 in Fürstenfeldbruck.
Am 3. August 2017, um 16:30 Uhr, vor der Sparkasse in der Hauptstraße.

Inge Ammon:
"Auf Achse für Frieden, Abrüstung und ein ziviles Europa!“
Unter diesem Motto besucht die DFG-VK heute per Fahrrad unsere Kreisstadt.
Die DFG-VK ist die älteste deutsche Friedensorganisation, gegründet von Bertha von Suttner ( 1. Friedensnobelpreisträgerin) und Alfred Hermann Fried vor 120 Jahren (also noch im 19. Jhdt.).
Das Logo der DFG-VK ist das zerbrochene Gewehr - es steht für Pazifismus.
Dahinter steht die Erkenntnis: "Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit."
Ich, Inge Ammon, seit gut 30 Jahren Mitglied bei der DFG-VK, darf Euch Friedensradler im Namen des Sozialforum Amper herzlich begrüßen.
Wir wissen es ja noch nicht sehr lange, dass unsere schöne Kreisstadt auch zur Rüstungs-Region München gehört. Es war der Vortrag von Jürgen Schulz im Rahmen der monatlichen Zeitgespräche im Nov. 2016, der uns informierte und aufschreckte. Das Thema: "Das Geschäft mit Waffen - Rüstungsexporte aus Deutschland."
So kennen wir nun die Namen der beiden Rüstungsbetriebe: „Schleifring Apparatebau“ am Hardtanger und die Fa. ESG „Elektroniksystem und Logistik“ in der Buchenau. Ihr Friedensradler besucht diese Betriebe heute und macht deutlich, dass mit der Entwicklung der Rüstungsindustrie Deutschland zu den größten Waffenlieferanten weltweit gehört.
Muss das so bleiben? Wollen wir zuschauen, wie unsere Welt kaputt gerüstet wird? Wie der Verteidigungs-Haushalt Milliarden schluckt? Deutschland, vom dem 2 entsetzliche, verbrecherische Kriege ausgingen, exportiert Krieg, Wirtschaftskrisen, Hunger und Verelendung und produziert Flüchtlinge. Die Zusammenhänge werden immer deutlicher.
Deutschland und wir alle sind in der Verantwortung. Informieren wir uns und unterstützen Friedensorganisationen wie die DFG-VK und Friedensarbeiter in den Friedensnetzwerken und ausgebildete Friedensfachkräfte.
Danke für Eure außerordentlich eindrucksvolle Performance!
Ihr habt euch mit dem Zeitfenster von Ende Juli bis zum 6. August, dem Hiroshimatag eine für uns sehr günstigen Zeitpunkt ausgewählt. So kann ich hier auch gleich auf den Hiroshima-Gedenktag am kommenden Sonntag hinweisen. Ein Vertrag für ein Atomwaffenverbot ist von den UN in New York am 7.7. 2017 beschlossen und von 122 Nationen unterzeichnet. Fordern wir die Ratifizierung von unserer Bundesregierung ein.
Euch Friedensradlern wünschen wir eine gute erfolgreiche Weiterfahrt.

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Die Redebeiträge am Gedenktag für die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, Japan, 1945

Karin Geissler, 3. BM in FFB:
Gedenken an die Toten der Atombombenabwürfe (2017)
Im Namen der Stadt FFB, im Namen des OB E.Raff, danke ich dem Sozialforum Amper und der Antikriegsinitiative.
Jedes Jahr organisieren sie am 5. oder 6. Aug. dieses Gedenken an die Toten der Atombombenabwürfe von 1945 in Hiroshima und Nagasaki.
Unter OB Klaus Pleil wurde die Stadt Mitglied bei den Mayors of Peace – den Bürgremeistern für Frieden.
Der Bgm. von Hiroshima gründete 1982 diese Organisation – inzwischen gibt es in 162 Ländern fast 7400 Mitgliedstädte – in Deutschland sind es 470 und unsere italienische Partnerstadt Cerveterie gehört auch dazu.
Die Mayors of Peace kämpfen gegen die weltweite Verbreitung von Atomwaffen. 2003 wurde die Kampagne „2020 Vision“ ins Leben gerufen mit dem Ziel der Abschaffung aller Atomwaffen bis 2020.
Das klingt wie eine kaum realistische Vision, aber der Kampf für die Ächtung von Landminen hat auch mal ähnlich klein begonnen und aktuell sind es die Drohung von Nordkorea im Konflikt mit den USA, die zeigen wie wichtig das Thema ist.
In diesem Jahr gab es an der UN die ersten Verhandlungen zu einem Atomwaffenverbotsvertrag – 130 Staaten nahmen daran teil. Deutschland und die meisten Natostaaten boykottierten jedoch leider diese Konferenz und es besteht die Sorge, dass sich Deutschland ein Hintertürchen offen lassen möchte.
An dieser Stelle kommen wir zur Kommunalpolitik – OB Erich Raff hat sich zur Mitgliedschaft der Mayors of Peace bekannt. Ich meine, dass wir uns als Kommune in diesen Prozess für Verhandlungen stärker einbringen können. Wir sind bisher ein eher „schlafendes“ Mitglied.
Aber trotz der täglichen lokalen „Alltagsprobleme“, die die Stadt zu planen und organisieren hat, sollten wir uns gemeinsam mit den anderen deutschen Städten mehr engagieren.

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Herbert Markus:
Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begehen heute den Gedenktag anlässlich des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 72 Jahren. Dieser Wahnsinn, der militärisch völlig unsinnig war, kostete Hunderttausende das Leben. In mehreren Beiträgen wird heute auf dieses Thema eingegangen.
Ich mache mir Gedanken, in welcher Zeit wir leben.
Sorgenvolle Gedanken. Leben wir in einer Zeit, in der das friedliche Zusammenleben der Völker dieser Welt einen Schritt vorwärts macht oder ist Schlimmes zu befürchten? Barack Obama, Ex-US-Präsident und Friedensnobelpreisträger, besuchte im letzten Jahr Hiroshima. Er war der erste US-Präsident, der überhaupt Hiroshima besuchte, gleichwohl lehnte er es aber auch ab, sich für den Abwurf der Atombombe zu entschuldigen. Barack Obama war kein Friedenspräsident. Nahezu 2.700 Menschen kamen bei Drohnenangriffen in der Amtszeit dieses Friedensnobelpreisträgers ums Leben, wobei selbst nach Angaben des Weißen Hauses 116 davon unbeteiligte Zivilisten waren. Die anderen Opfer wurden als Kombattanten bezeichnet, von den US-Soldaten ins Visier genommen, ohne dass die USA an den Orten wo die Drohne zuschlug, im Kriegszustand gewesen wären.
In welcher Zeit leben wir?
226 gewaltsam ausgetragene Konflikte listet das Konfliktbarometer für 2016 auf. 18 Auseinandersetzungen werden als Krieg in der höchsten Eskalationsstufe gezählt, weitere 20 Kriege kommen dazu. Die militärischen Drohgebärden nehmen zu, allerorten finden große Militärparaden statt. Nordkorea protzt damit, jeden Ort der Erde mit Raketen erreichen zu können und droht mit Atomschlägen für den Fall, dass es angegriffen wird. Der aktuelle US-Präsidenten droht China mit militärischen Aktionen im Südchinesischen Meer. In Syrien herrscht ein grauenvoller Krieg, der den Großteil der Bevölkerung zur Flucht zwingt. NATO-Truppen halten Manöver unmittelbar an der Grenze zu Russland ab. Darauffolgende Gegenmaßnahmen Russlands werden als Beleg für den aggressiven Charakter der russischen Regierung verkauft. Bundesaußenminister Gabriel bezeichnete die Verhandlungen zu einem Verbot von Atomwaffen als falschen Weg zu mehr Abrüstung. Die NATO zähle auf die Strategie der nuklearen Abschreckung1). Welch ein Wahnsinn. Diese NATO ist überflüssig wie ein Kropf, sie gefährdet unser Leben, sorgt nur für die Profite der Rüstungsindustrie und gehört ersatzlos aufgelöst.
In welcher Zeit leben wir?
Allein die USA wollen in den nächsten 30 Jahren 1.000 Milliarden Dollar für ihr Atomaufrüstungsprogramm ausgeben. Das betrifft auch die in Deutschland in Büchel in der Eifel stationierten 20 US-Atombomben. Obwohl der Bundestag im März 2010 deren Abzug gefordert hat, sollen sie durch eine neue Bombenversion, durch zielgenaue, elektronisch gesteuerte Lenkwaffen ersetzt werden, die ein Vielfaches der Zerstörungskraft der Hiroshimabombe haben.
Liebe Friedensfreunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,
das Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki kann sich nicht auf den Kampf gegen die Atomrüstung beschränken. Atom- und Neutronenwaffen sind nur die übelste Erfindung des militär-industriellen Komplexes und die Forderung nach einem weltweiten Verbot der Atomwaffen ist konsequent und richtig. Ich bedanke mich hier recht herzlich bei allen Demonstrantinnen und Demonstranten, die in Büchel eindrucksvoll an den Aktionstagen teilgenommen haben.
Das Gedenken an die unzähligen Opfer in Hiroshima und Nagasaki beinhaltet für mich aber auch die Verpflichtung, gegen jede Form von Krieg, militärischer Gewalt und Militarisierung aufzutreten. Auch gegen die Erhöhung des Rüstungshaushaltes, wie unsere Kriegsministerin von der Leyen nun den Ball des neuen US-Präsident Trump aufnimmt, der die EU-Staaten zu einer Erhöhung der Militärausgaben aufforderte. Als hätte sie auf ihren Einsatz gewartet, pflichtete sie unterwürfig sofort bei: Dass die Vereinigten Staaten als einzige einen so hohen Militärhaushalt finanzieren, „das ist ja auch nicht fair“. Dass diese Forderung so gestellt werden kann, beruht auf Vereinbarungen im Lissabonvertrag der EU. Die Friedensbewegung hat frühzeitig auf diese Problematik hingewiesen und dagegen argumentiert. Die Militärausgaben gehören aber nicht erhöht, sondern gesenkt. Erhöhen müssen wir die Ausgaben für Soziales, für Bildung, für den Klimaschutz und Entwicklungshilfe, diese ist allemal sinnvoller, als der Einsatz der Bundeswehr weitab von ihrem eigentlichen Auftragsgebiet in Afghanistan, Mali oder anderswo.
Was ist in diesen Zeiten erforderlich?
Erforderlich ist, einem amerikanischen Präsidenten in den Arm zu fallen, der von sich gibt:
„Bei Nuklearem geht es einfach um die Macht. Die Zerstörung ist mir sehr wichtig. [...] In dieser Sache müssen wir einfach unberechenbar sein. Nuklearwaffen sind da die letzte Möglichkeit. - Wenn das Militär ins Spiel kommt, dann wird nicht diskutiert: Erst will ich Action und dann wird geredet.“
Erforderlich ist unser deutliches Nein! Wir müssen es noch deutlicher aussprechen! Und wir brauchen dazu viele Bündnispartner, nicht nur hier.
Wir wollen keine Atomwaffen auf deutschem Boden, wir wollen und brauchen das Verbot von Atomwaffen. Wir wollen die Senkung der Rüstungsausgaben. Raus aus der NATO!
Mischen wir uns mit unseren Forderungen in den Wahlkampf ein.
Euch vielen Dank für diese Manifestation und bringt nächstes Mal noch mehr mit.
Setzen wir den Schwur von Hiroshima um: „Ruhet in Frieden. Wir werden diesen Fehler nicht noch einmal begehen!“
Wir lassen uns nicht unterkriegen – we shall overcome!

Quelle: 1) Welt, N24, 08.07.2017

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Jürgen Schulz:
Frieden schaffen ohne Waffen ? !
Steht hinter dieser Aussage ein Fragezeichen oder ein Ausrufungszeichen?
Ich möchte einige Informationen geben, die vielleicht hilfreich sind, einen Standpunkt zu finden. Seit 1990 wird die Bundeswehr zu – wie sie es nennt – "friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen" im Ausland eingesetzt [1]. Im letzten Jahr war die Bundeswehr mit 3.605 Soldaten*innen an 16 Auslandseinsätze beteiligt [2].
Die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA geben den Anstoß zum sog. friedenserzwingenden Einsatz in Afghanistan [3]. Unter Führung der NATO wollten 130.000 Kämpfer aus 51 Nationen Afghanistan [4] von den Taliban befreien, das Ergebnis ist bekannt.
Bisherige Bilanz: 54 getötete BW-Soldaten, Opfer der Zivilbevölkerung: 70.000 [4] [5] nach UN-Zählung, tatsächlich weit über 110.000 nach Angaben einer internationalen Ärzteorganisation [6]. In dieser Statistik sind auch die mehr als 100 Opfer enthalten, die 2015 bei einem Luftangriff auf einen havarierten Tanklastzug starben. Der Lufteinsatz wurden vom BW-Offizier Klein befohlen [7], nach seiner Rückkehr wurde Klein zum Brigadegeneral befördert [8].
Ja, aktuell gehen in Afghanistan mehr Mädchen in die Schulen als je zuvor,
ja, es wurden Brunnen gebaut und die Infrastruktur verbessert, doch es zeigt sich eine deutliche Asymmetrie von Militärausgaben und Ausgaben zum zivilen Aufbau. Experten schätzen die Gesamtkosten der deutschen Beteiligung am Afghanistan-Krieg auf 18 bis 33 Milliarden Euro [9]. Die USA investierten bisher 700 Milliarden US$ in den Einsatz in Afghanistan[9]; damit hätte man vermutlich in jedem Dorf eine Schule und ein Krankenhaus bauen können. Tatsächlich wurden nur etwa 5% bis 10% der Militärausgaben in den zivilen Sektor investiert. Soweit das Beispiel Afghanistan.
Szenenwechsel
Wir sind in Königswinter bei Bonn in der Akademie Forum Ziviler Friedensdienst und ich lese die kurzen Aussagen der jungen Afghanin Farkunda Azizi: Wo immer Konflikte überhand nehmen, müssen wir nach praktischen Lösungen mit friedlichen Mittel suchen. Ihr Kollege Ahmad Nawid ergänzt: Diese Ausbildung hier hat mich verändert, ich bin bereit Verantwortung zu übernehmen, wenn sich in unserem Land wirklich etwas verändern soll [10].
Die Akademie im Forum Ziviler Friedensdienst ist ein professioneller Lernort für Friedensarbeit. Seit mehr als fünfzehn Jahren werden dort Fachkräfte für die internationale Friedensarbeit ausgebildet. Sie kehren in ihre Heimatländer zurück und leisten dort eine nicht ungefährliche Arbeit bei der Überwindung von Krieg und Gewalt. Der Zivile Friedensdienst ist am Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit angedockt [11], der Jahresetat beträgt beachtliche 45 Millionen. Der Etat des Bundesministeriums für Verteidigung beträgt aktuell 37 Milliarden [12], d.h. die Bundesregierung investiert 830 mal mehr in die Bundeswehr, als in die Friedensarbeit.
Eine internationale Studie zeigt, dass jeder Dollar, der in Friedensmaßnahmen investiert wird, die Kosten eines Konflikts um 16 US-Dollar reduziert. [15]
Das Schlüsselwort heißt Prävention. Es gilt Konflikte von morgen, heute zu erkennen und mit geeignetem Personal und ausreichenden Mitteln dagegen zu handeln. In Afghanistan sind einmal 15 Friedensfachkräfte für das gesamte Land zuständig gewesen [16] [17].
Aus einer Schülerdiskussion in Hamburg: „… wenn der Krieg erst mal angefangen hat gibt es keine wirkliche Lösung. Wir können nur sehen, dass die alten Wege zum Frieden viele Schwächen haben und wir neue Wege brauchen und suchen müssen. D.h. Kriegsursachen gar nicht erst aufkommen lassen und den Frieden stabilisieren“ [18]. Ich glaube dieser Schüler hat die Situation richtig erkannt.
Bleiben wir noch einen Moment beim Thema Schule: Im Schuljahr 2014 warb die Bundeswehr mit 8.100 Vorträgen und Einladungen zu Veranstaltungen vor fast 140.000 Schülern für ihre Organisation. Sie gab dafür 30 Millionen Euro aus. In Bayern fanden mehr als 350 Veranstaltungen dieser Art statt, eine davon an der Staatlichen Berufsschule FFB.
Mein Appell und damit möchte ich schließen: Die Bundeswehr hat – im Sinne des Wortes – in den Schulen nichts zu suchen. Im Gegenteil: In die Lehrpläne unserer Schulen gehört das Unterrichtsfach Friedenserziehung, denn Frieden will gelernt sein.

Benutzte Quellen:
[1] wikipedia.org/wiki/ Auslandseinsätze_der_Bundeswehr
[2] bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.einsaetze...
die Auslandeinsätze 4 Europa + Mittelmeer, 4 Asien + Naher Osten, 5 Ost-Afrika, 3 West-Afrika
Beispiele: Einsatzgebiet, Mission aufklappen

Ob Minenräumung im Persischen Golf oder Waffenpräsenz in Somalia, Anti- Piraten-Kampf im Golf von Aden, Einsatz in Ex-Jugoslawien oder Terroristenjagd in Afghanistan: Wo immer militärisches Engagement nachgefragt wird, die Bundesrepublik ist dabei. (STERN, 11.9.2009)

Seit 1999 ist KFOR, die Kosovo Force, im Einsatz und für die Stabilität Kosovos mitverantwortlich. Der Auftrag der internationalen Truppe ist es, den Aufbau eines friedlichen, multiethnischen und demokratisch-rechtsstaatlichen Umfeldes zu unterstützen und militärisch abzusichern.

Die Operation Sea Guardian der NATO soll zur Sicherheit im Mittelmeer und zur Stärkung der Südflanke der Allianz beitragen. Durch die Mission sollen im Mittelmeerraum krisenhafte Entwicklungen und maritimer Terrorismus frühzeitig erkannt werden.

Seit Anfang Mai 2015 beteiligte sich die Deutsche Marine zunächst an den Maßnahmen im Mittelmeer zur Rettung von Menschen in Seenot. Die deutschen Schiffe fahren seit dem 30. Juni unter der Flagge der EU-Mission EUNAVFOR MED. Ihr Hauptauftrag ist es, den Schleusern das Handwerk zu legen. Sie trägt seit Oktober 2015 den Namen Sophia.

Seit 2006 ist die Mission UNIFIL vor der Küste des Libanons damit beauftragt, den Waffenschmuggel zu unterbinden und die Seewege zu kontrollieren. Am Einsatz beteiligen sich auch deutsche Soldaten und Marineeinheiten.

Nach den Terroranschlägen in Paris vom 13. November 2015 hat der Bundestag am 4. Dezember beschlossen, Frankreich und die internationale Koalition gegen den „Islamischen Staat“ (IS) auch militärisch zu unterstützen, Mali

Der fundamentalistische „Islamische Staat“ (IS) kontrolliert Teile des Iraks und destabilisiert mit seinem Expansionsdrang die gesamte Region. Mit seinen Angriffen auf die staatliche Integrität des Iraks drohen zugleich humanitäre Katastrophen. Eine internationale Allianz, an der sich auch Deutschland beteiligt, stellt sich dem IS entgegen.

Die Bundeswehr unterstützt die Friedensmission UNAMID (African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur) mit bis zu 50 Soldaten, vor allem Militärbeobachtern.

Seit 2008 ist die Bundeswehr vor der Küste Somalias im Einsatz. Im Auftrag des Deutschen Bundestages schützen Einheiten der Deutschen Marine die Schiffe des Welternährungsprogramms sowie See- und Handelsrouten am Horn von Afrika. Außerdem gehen sie gegen Piraterie vor.

Im Februar 2010 wurde die „European Union Training Mission Somalia” – kurz EUTM SOM ins Leben gerufen. Sie unterstützt das Land beim Aufbau funktionsfähiger Sicherheitsstrukturen und beruht auf drei Säulen: Ausbildung, Ausbildungsbegleitung und strategischer Beratung. Die Bundeswehr beteiligt sich mit Unterbrechungen seit März 2010 mit bis zu 20 Soldaten an der Mission.

Ohne funktionierende Streitkräfte kann der malische Staat den Islamisten und Rebellengruppen nichts entgegensetzen. Durch die EU-geführte European Training Mission Mali (EUTM Mali) sollen die malischen Soldaten in die Lage versetzt werden, selbst Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land zu übernehmen

[3] gq-magazin.de -Der Bundeswehreinsatz im Überblick - Per Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen wird ein sogenannter „friedenserzwingender Einsatz“ ins Leben gerufen. Die ISAF (International Security Assistance Force) wird als Sicherheits– und Wiederaufbaumission unter NATO-Führung eingesetzt.
taz.de/!5153227/
[4] politische-bildung.de/afghanistan_sicherheitspolitik.htm
und nato.int/cps/in/natohq/topics_69366.htm - ISAF (International Security Assistance Force)
[5] spiegel.de › Politik › Ausland › Afghanistan
[6] ag-friedensforschung.de/themen/Terrorismus/tote
und bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/235010/2001-afghanistan-krieg
[7] sueddeutsche.de › Politik - 13. März 2015, 07:43 Uhr Luftangriff in Afghanistan Kundus-Affäre: Eine Chronik
[8] 8. August 2012, 14:51 Uhr - Nach Kundus-Affäre Bundeswehr-Oberst Klein wird zum General befördert
[9] merkur.de - Teurer Bundeswehreinsatz in Afghanistan – spiegel online/wirtschaft Das kosten die deutschen Auslandseinsätze, 19.02.2016
tagesspiegel.de › Politik - Kosten von 8 Milliarden Euro in letzten 10 Jahren 13.02.2012
[10] Forum Ziviler Friedensdienst – Flyer Zukunft gestalten, Frieden fördern
[11] BMZ -Ziviler Friedensdienst – Fachleute im Einsatz für den Frieden
[12] bundesregierung.de/Content/DE/Artikel - Etat des Verteidigungsministeriums
[13] bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.streitkraefte - Militärisches Personal der Bundeswehr
[14] giz.de/Entwicklungsdienst/.../giz2014-de-ZFD-kompakt-Februar_2014 – Ziviler Friedensdienst kompakt
[15] Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung - Jeder Dollar für Friedensförderung spart später 16 Dollar
[16] ag-friedensforschung.de/themen/Praevention/albrecht.html - Kriege verhindern - zivile Prävention statt militärische Reaktion - Prof. Dr. Ulrich Albrecht
[17] detektor.fm › Gesellschaft – Andreas Heinemann-Grüder
[18] evangelisch.de/inhalte/109810/25-09.../frieden-schaffen-auch-mit-waffen
[19] Spiegel Online 13.04.2015 - Antreten im Klassenzimmer!

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Niclas Willam-Singer:
Ich grüße heute alle, die wie ich den Frieden lieben und deshalb hierher gekommen sind, um eines tragischen und traurigen Tages in der Geschichte der Menschheit zu gedenken.
Sie alle kennen die Fakten: Am 6. August 1945 warfen die Vereinigten Staaten von Amerika die erste Atombombe der Welt über der japanischen Stadt Hiroshima ab, drei Tage später eine zweite über der Stadt Nagasaki. Der damalige US-Präsident Harry S. Truman erreichte sein politisches Ziel: die japanische Kapitulation.
Wir stehen heute hier und wissen von dem Preis dieser Kapitulation. Und wir hoffen mit aller Kraft, dass wir mit vereinten Kräften dazu beitragen können, dass Hiroshima sich niemals wiederholt. Dass wir mit unserem Mut und unserer Leidenschaft dafür sorgen können, dass Frieden ÜBERALL Leitbild politischen Handelns wird.
Ich bin 60 Jahre alt. 60 davon durfte ich im Frieden leben. Ich wünsche mir, dass auch den kommenden Generationen so viel Glück zuteil wird.
Frieden braucht Toleranz, gegenseitiges Verstehen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Deshalb bin ich auch froh, dass Fürstenfeldbruck der 1982 vom Oberbürgermeister von Hiroshima gegründeten Vereinigung der Mayors for Peace angehören, denn FFB hat als Stadt des Attentats von 1972 eine besondere Rolle und Verantwortung.
Wir setzen uns nachhaltig für die Sicherung von Frieden und Freiheit in der Welt ein, aber wir wissen auch, dass nur ein beharrliches Eintreten möglichst vieler Menschen für Frieden letztendlich dazu beitragen, unsere Welt sicherer und friedlicher zu machen.
Die Erinnerung an Hiroshima ist lebendig. Es gibt Menschen, die ihre Erinnerungen daran teilen und andere, die daraus lernen und das ist gut so. Lasst uns deshalb gemeinsam mit Blumen in der Hand für den Frieden eintreten!
Es ist wichtig, dass wir hier an den Atombombenabwurf vom 6.08.1945 gedenken. Es ist wichtig, dass wir dazu beitragen, dass dieses Verbrechen an der Stadt Hiroshima und 3 Tage später an Nagasaki nicht vergessen wird. Ja, es handelte sich um eine Massenvernichtung von Menschen, Tieren und Pflanzen einer ganzen Stadt. Unterschiedslos wurden ganze Familien ausgelöscht. Familien mit Kindern, Mütter, Väter, Eltern, Großeltern - ob arm oder reich - alle mussten sterben. Sie mussten sterben, weil skrupellose Politiker und Generäle es für richtig hielten, ihre militärische Macht zu demonstrieren. Atombomben sind eigentlich keine Waffen, sondern menschenverachtende Massenvernichtungsmittel und gehören unbedingt geächtet und abgeschafft.
Wir stehen hier, weil wir eine Wiederholung des Einsatzes von Atombomben verhindern wollen. Wir wollen den Menschen die sich hierüber keine Gedanken machen ein Zeichen geben. Wir dürfen nicht aufhören daran zu erinnern, dass wir alle gefährdet sind, indem wir immer und immer wieder darauf aufmerksam machen.
Und dass gerade jetzt wieder davon gesprochen wird, dass die Atombombenabwürfe notwendig waren, um den Krieg vorzeitig zu beenden und so viele tausend Menschenleben zu retten, ist eine Ausgeburt zynischer und perverser Politiker- und Journalistenhirne.
Auch jetzt sind mehrere hundert Atomraketen in ständiger Alarmbereitschaft und können jederzeit in unsere Städte einschlagen.
Wir wissen, dass uns eine Verdrängung dieser Tatsache, jederzeit vernichtet werden zu können, nicht weiter helfen wird. Nur die Bevölkerung, der Bürger, also eine Bewegung von unten kann den Politikern klar machen, dass wir diesen Zustand der ständigen Bedrohung nicht hinnehmen wollen. Diese große Bedrohung kann die moderne Zivilisation vernichten und wird womöglich zum Untergang der Menschheit führen. Eine solche Gefahr kann, darf einfach nicht von uns hingenommen werden.
Die mögliche atomare Vernichtung ist kein Hirngespinst, sondern bittere Realität. Wir wollen aber Sicherheit für das Leben. Wir wollen es nicht alleine dem Gutdünken der Politiker oder einem dummen Zufall überlassen, ob wir in Frieden weiter leben können oder nicht.
Ein jeder muss sich für unser aller Überleben einsetzen. Keiner kann sagen er/sie hätten nicht gewusst wie zerbrechlich der Frieden ist. Wir machen uns alle schuldig am möglichen eigenen Untergang, wenn wir nicht dazu beitragen die Macht, die Kriege anzetteln will zu zerschlagen. (z.B. UN-Charta, Schlussakte von Helsinki).
Atombomben und Kriege gehören abgeschafft damit sie die Menschheit nicht weiter bedrohen können. Wir müssen alle darauf hin arbeiten, dass die für den Krieg verantwortlichen Politiker als Verbrecher an der Menschheit gemaßregelt werden. Solange jedoch sich diese Einsicht nicht vollkommen durchsetzt, solange werden wir weiterhin in Unsicherheit leben. Wir haben immer noch einen langen, mühevollen Weg vor uns. Es genügt nicht, nur den Frieden zu wollen. Wir müssen für den Frieden auch kämpfen. Arbeiten wir eisern weiter an dem Ziel für den Frieden in der Welt. Wir müssen das Übel an der Wurzel anpacken: „Für eine Welt ohne Krieg“, „Für eine Welt ohne Atombomben“. Wir müssen gemeinsam für den Frieden und die Zukunft unserer Kinder einstehen. Es lohnt sich.
Albert Einstein sagte einmal: Im Atomzeitalter muss die Menschheit den Krieg abschaffen. Es ist eine Frage von Leben und Tod. Er sagte auch: Bloßes Lob des Friedens ist einfach, aber wirkungslos. Was wir brauchen, ist aktive Teilnahme am Kampf gegen den Krieg und alles was zum Krieg führt.


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